Ich habe mich entschieden, diesen Blog zu schließen.

Seit knapp einem Jahr bin ich an der Bucerius Law School exmatrikuliert und seit zehn Monaten Referendar am Hanseatischen Oberlandesgericht. Damit kann ich über das Leben an der Hochschule natürlich nicht mehr aus erster Hand berichten.

Der Plan, den Stab an jüngere Kommilitonen zu übergeben, ist leider nicht ganz aufgegangen – eine Handvoll aktuelle Studenten hat hier ja im letzten Jahr ab und zu etwas veröffentlicht, aber so richtig verfestigt hat sich das nicht. Aber vielleicht hat das auch sein Gutes: Ich habe den Blog vor viereinhalb Jahren vor allem angefangen, weil mir das Leben an der Hochschule sehr gefiel, es aber ein paar Dinge gab, über die ich mir einfach mal Luft verschaffen wollte.

Ich habe sehr gern an der Bucerius Law School studiert, insbesondere wegen der tollen Menschen, die ich dort kennen gelernt habe und wegen der tollen Studienatmosphäre. Meiner Alma mater bleibe ich als Alumnus natürlich treu und bin auch noch ab und zu auf dem Campus unterwegs.

Wie gesagt ist der Blog in den letzten Monaten langsam, aber sicher eingeschlafen. Insgesamt wurden aber immerhin knapp 600 Beiträge verfasst und 2750-mal kommentiert. Mir ist es aber wichtig, noch einen Schlusspunkt zu setzen. Also, wie man in Hamburg ja sagt: Tschüs! Und Danke!

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… sind dieser Tage ein brenzliges Thema (woher stammt eigentlich diese Gebetsmühlenweisheit, dass Politik sich aus Sportangelegenheiten herauszuhalten habe und umgekehrt?). Gänzlich unverfänglich ist unserem Team der Champions Trophy nun ein Händedruck von ganz oben zuteil geworden:

Angela Merkel gibt dem »Bucemann« die Hand.

Angela Merkel gibt dem »Bucemann« die Hand.
Photo von Konstantin Kleine/konstantinkleine.de.

Wer mag, kann Frau Merkel auch auf dem zugehörigen Youtube-Video beobachten, wie sie ihrem Helikopter entsteigt und einen Abstecher in die Sportler-Menge macht.

Kürzlich stieß ich in der Süddeutschen auf einen Beitrag mit dem Titel »Nur die Schnellsten bekommen einen Studienplatz«, in dem es um Auswahltests an deutschen Universitäten geht. Auch die Schöpfer des BLS-Auswahltests, die Verantwortlichen der Bonner ITB Consult, kommen zu Wort. Der Artikel enthielt keine Überraschungen und glitt an mir vorüber wie so viele, die ich überfliege, wenn ich eigentlich anderes tun sollte. Bemerkenswert ist jedoch, dass ich kurz darauf auf eine nahezu textidentische Fassung beim Spiegel stieß, die sich allein durch die mehr oder minder geistreiche Überschrift »Ein Test wird kommen« unterschied.

Ich wurde neugierig und befragte das Orakel. Und siehe da: Mein déjà-vu-Erlebnis konnte ich beim Hamburger Abendblatt, ntv.de, der Märkischen Allgemeinen, Stern.de, der Augsburger Allgemeinen, der Nordwest-Zeitung, der Volksstimme und der Neuen Osnabrücker Zeitung wiederholen. Mein Elan, die Links einzuarbeiten, endete hier, sodass Focus, Frankfurter Rundschau, Saarbrücker Zeitung und N24 nur noch namentlich erwähnt bleiben.

Der Artikel stammt offensichtlich aus der Feder eines dpa-Redakteurs, jedenfalls findet sich in einigen Artikeln ein Hinweis darauf. Es wäre nicht richtig, aus der Streubreite dieses einen Artikels gleich auf eine Luftblase in der deutschen Presse zu schließen. Begeistert bin ich trotzdem nicht.

Wofür steht eigentlich RabelsZ? Habe ich hier eine juristische »Zeit« oder »Bild« vor mir? – Der erste Teil lässt sich leicht mit Google & Co. beantworten (es ist Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht), der zweite weniger.

In etwa so wird bald der 2009er Jahrgang darüber sinnieren, welche Zeitschriften man in der gerade wieder anstehenden Hausarbeitenzeit wohl zitieren darf, ohne sich vor dem Korrektor zu blamieren. Wer nicht auf den Flurfunk setzen möchte (»RabelsZ hat noch nie jemand gelesen, ist aber wahnsinnig renommiert«), findet in der JZ Erleuchtung (2009, 488). Zwei Studenten der Uni Hamburg haben 248 juristische Wissenschaftler befragt und nach ihren gewichteten Antworten (Status, Veröffentlichungen) ein Ranking erstellt. Die Liste ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, aber liefert eine gute grobe Orientierung.

Danach kann, wer die AöR zitiert, seine Hausarbeit beruhigt ausdrucken; von der JuS sei eher abgeraten. Und RabelsZ genießt in der Kategorie »Europäisches öfftl. und priv. Recht sowie Völkerrecht« tatsächlich einen guten Ruf.

Im Innenhof Drahtesel so weit das Auge reicht, im Keller eine eigene Fahrradstation für Selbstschrauber – und direkt vor der Tür jetzt auch noch das StadtRad. Gut für alle, die sich im Winter lieber warm anziehen und strampeln als das Klima anzuheizen. Einfach Smartphone raus, mit iPhone und Android-App die nächste StadtRad-Station finden und losfahren – 30 Minuten kostenlos. Wenns länger dauert – einfach neu ausleihen.

Im September und Oktober war die Anmeldung sogar kostenlos – 5 Euro zahlen, 20 Euro Fahrtguthaben erhalten, Umwelthauptstadt Hamburg und der Aktion „Umsteigen – ohne Trennungsschmerz“ sei Dank. Mittlerweile werden wieder die üblichen Gebühren fällig, 5 Euro zahlen, 5 Euro Fahrtguthaben. BahnCard-Inhaber sparen noch einmal ein bis zwei Cent pro Minute. Mehr als 12 Euro pro Tag werden ohnehin nicht fällig.

Bisher musste man zu den nächsten StadtRad-Stationen ein kleines Stück zu Fuß zurücklegen: Messehallen / Marktstraße, Bahnhof Dammtor Süd / Marseiller Straße und Sievekingplatz / Gorch-Fock-Wall waren die nächsten Stationen. Eine kleine Anfrage an die Stadt Hamburg sollte klären, ob da nicht noch etwas zu machen sei, um diese Lücke zu schließen. Die Antwort kam umgehend: Auf der Seite der BLS wollte man den Blick auf die Fassade nicht versperren, vor dem Physikalischen Institut der Uni Hamburg und vor Planten un Blomen sei leider nicht genug Platz. Aber: „Wenn es auf der Messeseite technisch klappt, wird die Station noch in diesem Jahr errichtet“, ließ das Amt für Verkehr der Stadt Hamburg verlauten.

Vier Monate später steht nicht nur die Stadt zu ihrem Wort, sondern auch die StadtRad-Station. Alter Tradition folgend benannt nach ihrer Straßenecke: „St. Petersburger Strasse / Bei den Kirchhöfen“: Nummer 2512. Auch für Gelegenheitsfahrer und diejenigen ohne eigenes Zweirad gibt es jetzt keinen Grund gegen körperliche Betätigung mehr – am Fahrrad kann es in nächster Zeit kaum mangeln. Allein der harte hanseatische Winter mag da noch als Ausrede gelten…

Sollte aber doch einmal etwas an einem der Räder kaputt sein, kann man bequem nach der Rückgabe den Schaden über das Ausleihterminal melden. Für die Sicherheit in den dunklen Monaten gibt der ADFC Tipps im Rahmen der Aktion „Schon gecheckt?“, damit es bei allen heißt: „an meinem Fahrrad ist alles dran“. Gute Fahrt!

In einem lesenswerten Artikel in der ZEIT vom 6.10. berichtet Sabine Rückert über einen schon länger schwelenden Streit zwischen Thomas Fischer, dem stellvertretenden und momentan kommissarischen Vorsitzen des zweiten Strafsenats, und Klaus Tolksdorf, dem Präsidenten des Bundesgerichtshofs. Tolksdorf äußerte sich negativ über die Eignung Fischers als Vorsitzender des zweiten Strafsenats und begehrt tiefgreifende Änderungen der Struktur des zweiten Strafsenats. Wer noch nicht über den Streit, der schon seit Sommer diesen Jahres vor dem Verwaltungsgericht ausgefochten wird, informiert ist, sollte den ZEIT-Artikel unbedingt lesen. Besonders interessant ist dies im Hinblick darauf, dass Fischer im letzten Trimester mit Professor Dr. Thomas Rönnau das Seminar „Moderne Herausforderungen für das Strafrecht“ veranstaltet hat. Bei dieser Gelegenheit war es Studenten möglich, aus eigener Anschauung zu erfahren, warum Fischer als eigenständiger Denker oder manchmal sogar als Querkopf bezeichnet wird. Ob es nun um seine Meinung zu aktuellen BGH-Entscheidungen geht oder die Art, wie BGH-Richter ernannt werden – Fischer hatte immer interessante Ansichtsweisen.

An dieser Stelle ist natürlich nochmal dem Professor zu danken, der Fischer dafür gewinnen konnte, an dem Seminar teilzunehmen.

Die neue Fahrradstation im Keller ist super. Sie zeigt, wie unkompliziert und effizient die Dinge an der BLS bisweilen laufen und wie wunderbar studentisches Engagement unterstützt wird. Ich hoffe, die Station wird einerseits viel genutzt und andererseits gut gepflegt. Und natürlich sollten noch mehr Leute mit dem Rad zur Uni kommen, damit der Parkplatz verkleinert und der Fußballkäfig / Sandkasten / Paintballplatz / Kaninchenstall / wasauchimmer vergrößert werden kann.

Danke und ein lautes „Zickezackezickezackehoihoihoi“ an KK!