November 2007


Ein Gastbeitrag.

Liebe Kommilitonen,

aus aktuellem Anlass mache ich Euch auf einen in meinen Augen besonders bemerkenswerten Aspekt der aktuellen Gebührenerhöhung aufmerksam:

Das EVP, und damit auch das reguläre Studium an der Bucerius Law School endet regelmäßig gegen Mitte Oktober. Der erste, hierauf folgende Examenstermin, beginnt meist Mitte November. Für alle Studierenden, die am EVP in der gesamten Länge teilnehmen (dies sind mit ganz wenigen Ausnahmen alle) bedeutet dies, dass auf sie in jedem Fall mindestens 500 Euro zusätzliche Gebühren zukommen, die nicht von den Finanzierungsmöglichkeiten abgedeckt sind. Hierbei dürfte es jedoch im Regelfall nicht bleiben: Die Korrektur der Novemberklausuren dauert im Normalfall etwa bis zum März des darauf folgenden Jahres. Bis zur mündlichen Prüfung ist es ein weiterer Monat. Das heißt, dass für alle, die während der gesamten Zeit bis zum Abschluss des ersten Staatsexamens immatrikuliert bleiben, mindestens noch ein weiteres Mal Studiengebühren anfallen. Selbstverständlich bleibt die Möglichkeit, sich zu exmatrikulieren. Ob dies jedoch ein gangbarer Weg ist, erscheint fraglich: Es entfallen nicht nur die Möglichkeiten zur Teilnahme an simulierten mündlichen Prüfungen und die Nutzung der Bibliothek, auch vom Finanzamt könnte Ärger drohen: Damit bis zum 25ten Lebensjahr Kindergeld bezahlt wird, ist der Nachweis einer laufenden Ausbildung im Regelfall durch Vorlage einer Studienbescheinigung zu erbringen. Somit dürfte es die allermeisten mit mindestens 1000 Euro zusätzlichen Gebühren treffen. Wie sich die Sache verhält, wenn man sich überlegt, erst den Februartermin wahrzunehmen, kann sich jeder selbst ausrechnen (im 2003er Jahrgang sind dies übrigens über 50 Studierende).

Es stimmt, wenn die Hochschulleitung argumentiert, die Erhöhung sei vom Studienvertrag gedeckt. Dem steht jedoch entgegen, dass die Erhöhung zumindest eine Einschränkung des Prinzips der „need-blind admission“ darstellt, da die Gebühren zu einem Zeitpunkt von den Studierenden aufgebracht werden müssen, bei dem regelmäßig jeder Nebenjob vollkommen ausgeschlossen ist. Gleichzeitig entspricht auch der Satz: „Das gesamte Studium an der Bucerius Law School kostet damit 39.600,- Euro.“ nicht mehr der ganzen Wahrheit.

Alle, die die aktuelle Gebührenerhöhung für unverhältnismäßig halten, rufe ich daher hiermit nachdrücklich dazu auf, gegenüber der Hochschulleitung Protest (sachlich!) zu äußern. Bitte setzt hierfür nicht den Verteiler ins CC, sondern beschränkt Euch z.B. darauf, Eure E-Mails auch der SV weiterzuleiten. Diese ist um zusätzliches Argumentationsmaterial stets dankbar. Für die SV ist das Thema im Übrigen mitnichten abgeschlossen; die Erhöhung ist nach wie vor Thema, man hofft auf Gesprächsbereitschaft (die – um ganz vorsichtig zu bleiben – wohl zumindest signalisiert wurde).

Zur Orientierung im Folgenden meine E-Mail an die Hochschulleitung: (mehr …)

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An dieser Stelle sei noch einmal auf die Saliger-Bleibeaktion verwiesen:

 

Donnerstag, 29.11.2007, 16:00 Uhr Moot Court

Die Erhöhung der Gebühren für Studenten, Examenskandidaten, Absolventen und Doktoranden und die Finanzierung ebendieser haben in den letzten Monaten immer wieder für Diskussionen in Mensa, Flur und Hörsaal geführt. Immer wieder hat die SV Argumente gegen eine solche Erhöhung vorgebracht, immer wieder hat die Hochschulleitung mehr oder weniger ihre Meinung durchgesetzt. Warum ist das so? „Inflationsanpassung“ ist ein Grund. Das Vorhaben der ZEIT-Stiftung, die Finanzierung der Hochschule in den nächsten zehn bis 15 Jahren zurückzuschrauben ein anderer. Die Hochschulleitung hat mit angeblich beachtlichem Erfolg Initiativen in diese Richtung gestartet: Bucerius Event, Executive Education und die Hochschulstiftung bringen inzwischen tatsächlich ein bisschen Geld in die Kasse. Auf der anderen Seite wird der Betrieb dieser Hochschule mit jedem Ruf, den ein Prof ablehnt, ein bisschen teurer.

Die Gebührenerhöhung ist unterm Strich also eine nicht nur von rein finanziellen Aspekten gesteuerte Entscheidung, andere Argumente spielen sicherlich auch eine große Rolle. Die BLS ist stolz auf need-blind admission, umgekehrten Generationenvertrag und BaföG-„Rabatt“, denn das Studium soll zwar eine Investition, aber auch bezahlbar sein. Doch die Wirklichkeit mag unter Umständen anders aussehen. Jedenfalls wird sie mit jedem SV-Newsletter immer anderer.

Ob es sich bei den Gebühren, die Examenskandidaten und Absolventen zu entrichten haben, tatsächlich um Studiengebühren handelt oder nicht, ist dabei absolut irrelevant – ob der UGV diese Gebühren decken soll oder nicht, entscheidet die Hochschulleitung, und nicht die Auslegung des Wortes „Studiengebühr“. Zusätzlich hat dies sicherlich einen (neben den Studiengebühren) abschreckenden Charakter für potentielle Bewerber: Nicht nur Gebühren für 12 Trimester, sondern im Anschluss noch weitere Zahlungen, für die der UGV nicht aufkommt.

Die Absolventen sollen – nach amerikanischem Modell und nach dem ausdrücklichen Willen der ZEIT-Stiftung – die Hochschule langfristig tragen: Sie werden zu guten Juristen ausgebildet, haben überdurchschnittliche Examina und gehen danach in gutbezahlte Berufe (sprich: Großkanzlei). Einen Teil der hohen Einstiegsgehälter verwenden sie für die nachträgliche Finanzierung ihres Studiums, und wenn diese Schulden abbezahlt sind, sollen sie ihre Alma Mater unterstützen – dankbar für die gute Ausbildung und in Erinnerung an die schöne Zeit, die sie im botanischen Institut verbracht haben.

Ist die Erhöhung dann nicht ein falsches Signal? Werden hier die zukünftigen alten Herren mit den yet-to-become dicken Geldbeuteln vergrault? Macht sich hier eine Hochschule unbeliebt bei denen, denen sie in zehn Jahren einen Hochglanzprospekt mit Spendenvordruck schicken will? Oder ist es doch ganz anders: Vielleicht gibt die Hochschule den Absolventen noch einmal ganz deutlich das Signal mit auf den Weg: „Ganz schön teuer, so eine Privathochschule, schade, dass es nicht mehr Förderer gibt, oder?“

Wir Studenten sollten deutliche Signale gegen die Gebührenerhöhungen der letzten Monate setzen. Die SV hat sich auf diesem Gebiet stark gemacht und gebetsmühlenartig auf die Finanzierungsprobleme der Studenten (?!) hingewiesen. Wenn sie jedoch sisyphosgleich gegen Gebührenerhöhungen kämpft und dennoch (wenn man die Newsletter richtig interpretiert) keinen Erfolg hat, wird man nachdenklich. Sollten sich die Studierenden (und die SV) vielleicht besser ganz aus der Gebühren-Diskussion heraushalten? Möglicherweise hätte so eine Haltung nämlich mehr Erfolg: Denn Nichtbeachtung ist eine größere Strafe als so manche Schimpftirade.

N.C.

Inzwischen gibt es Fotos vom WHU-Sportfest – auch von unseren Cheerleaderinnen und Cheerleadern!

N.C.

Leistungsanweisung

 

Die Anweisung nach den §§ 783 ff. BGB beinhaltet drei verschiedene Rechtsverhältnisse: Das Deckungsverhältnis zwischen Anweisendem und Angewiesenem, das Valutaverhältnis zwischen dem Anweisenden und dem Anweisungsempfänger und schließlich der Anweisung selbst, der schriftlich erteilten Anforderung an den Angewiesenen, für Rechnung des Anweisenden an den Anweisungsempfänger zu zahlen…

N.C.

Letztens hätte ich schon fast wieder kehrt gemacht, noch bevor ich die Bibliothek überhaupt durch das „Wheel of Fortune“ betreten wollte, weil ich dachte, da wäre ein Bombenspürhund in den Bücherregalen unterwegs (dieser entpuppte sich als Haustier einer Bib-Mitarbeiterin mit orangefarbenen Regencape).

Heute dann beschloß so ein tick-tack-pickendes Jura-Huhn neben mir ihr Nest aufzumachen – auf der Stange in der Coffee Lounge war wohl schon alles besetzt. Wie eine Wilde hackte sie auf ihrem Laptop rum, wunder was sie da wohl machte. Mehr als StudiVz und ein paar Nachrichten kamen nicht bei rum. Müssen wir manche Leute erst darüber aufklären, dass die Bib kein Zufluchtsort für Nestflüchtige, flügge Gewordene und Leute ohne zu Hause oder soziales Leben ist?

C.D.

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