Wenn man als unbedarfter Neuling zum ersten Mal schüchtern durch die Gänge der BLS schlurft, die Bibliothek erkundet oder hinter die eine oder andere Tür lugt, drängt sich einem die Frage auf, warum so viele Kommilitonen ständig hinter ihren Laptops sitzen. Na, denkt man sich, die werden wohl Online-Datenbanken durchsuchen, Hausarbeiten schreiben oder eine Präsentation ihres Englischlehrers zur Wiederholung anschauen. Nun, das tun sie auch, aber der wichtigste Zweck eines Laptops im Leben des Bucerianers ist die E-Mail-Funktion.

E-Mail

Bis zu zwanzig, wenn es sein muss auch sechsundvierzig E-Mails beschert die Law-School-Gemeinde einem normalen Studenten pro Tag. Die zu lesen und vielleicht sogar zu beantworten, kostet ganz schön viel Zeit – und Nerven. Wenn es nämlich um den massenweisen Tausch von Kleingruppenplätzen und um die Termine der Cheerleading-Gruppe geht, die an sämtliche Hochschulmitglieder versandt werden, fragt man sich, ob man die IT nicht um einen hochschulinternen Spam-Filter bitten sollte. Oder bei der Hochschulleitung anfragen müsste, die Zahl der täglich versendbaren E-Mails für Studierende zu limitieren. Am besten natürlich per E-Mail.

Wer eine E-Mail versenden will, sollte verantwortlich handeln. Wie das geht, steht in den folgenden acht Tipps für einen besseren E-Mail-Verkehr an unserer Hochschule:

  1. Fasse dich kurz. In der Kürze liegt die Würze. Rückfragen werden sowieso kommen. Mach vor Allem schon im ersten Absatz klar, worum es geht. Oder, noch besser: Beachte Tipp Nr. 2.
  2. Ein guter Betreff ist die halbe Miete. Am besten steht schon hier, worum es genau geht und auch, an wen die E-Mail gerichtet ist. Nicht „Orchesterprobe“, sondern „Orchesterprobe heute verlegt in 0.09“. Zwei schöne Negativbeispiele: Was steht wohl in der E-Mail „Save the date – Montag 18.00“? Will da jemand zu seiner Geburtstagsparty einladen oder geht es um die SV-Sitzung? Auch wenn Juristen gut im Interpretieren von Abkürzungen sind: „HA NT 75“ zählt nicht als Betreff.
  3. Müssen das wirklich alle wissen? Viele beruhigen ihr Gewissen, in dem sie bei witzig gemeinten E-Mails „SPAM“ in den Betreff schreiben. Meine Meinung: Dafür gibt es die Jahrgangsgruppen im studivz. Oder noch besser: diesen Blog!
  4. Sei vorsichtig mit Verteilern. Alles, was mit „Studierende“ anfängt, solltest du äußerst sparsam verwenden. Triffst du die Leute nicht sowieso morgen in der Vorlesung? Reicht vielleicht ein Posting im studivz? Und nein, E-Mails an die Hockeygruppe musst du nicht an alle versenden.
  5. Hast du auch wirklich nichts vergessen? Erst lesen, dann senden. Nichts ist peinlicher als ein vergessenes Attachment oder ein falsch angegebenes Datum. Nichts nervt mehr als drei E-Mails zum selben Thema. Goldene Regel: Wer an einen Verteiler schreibt, sollte die E-Mail erst einmal eine halbe Stunde im Ordner „Entwürfe“ ruhen lassen, bevor er sie verschickt.
  6. Stoppt die Anhangsflut! Müssen deine Adressaten das wirklich alles lesen? Überlege dir genau, was du alles an deine E-Mail anhängen willst. Kannst du Texte nicht vielleicht zum Download anbieten? Bei kurzen Texten kannst du sie auch in die E-Mail anfügen. Heißer Tipp: Benutze bei Textdokumenten die PDF-Export-Funktion deines Textverarbeitungsprogramms!
  7. Löse Probleme im Gespräch. Nichts ist schlimmer als ein Text, den du in aller Aufregung geschrieben hast, und den du später bereust. Wenn du dich beschweren willst, sprich mit der Person. Wenn du andere Personen in deiner Mail erwähnst, schreibe gut über sie! So eine E-Mail ist schnell gespeichert oder weitergesandt.
  8. Hä? Das Wichtigste zum Schluss: Vermeide Missverständnisse. Drücke dich klar aus. Das ist für Juristen schwieriger, als man denkt.

N.C.

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