Was hat die BLS mit einem Joghurtbecher gemeinsam? Na, auf beiden steht außen auf der Verpackung groß drauf, was drin ist.

Dass die Bucerius Law School keine Law School im eigentlichen Sinne ist, sei an dieser Stelle mal außen vor gelassen. Ebenso soll hier unbeantwortet bleiben, warum in aller Welt eine Hamburger rechtswissenschaftliche Hochschule einen englischsprachigen Namen tragen muss, den – auch von Herrn Bussirius/Bukerius mal abgesehen – kaum ein Mensch richtig aussprechen kann.

Joghurtbecher

Aber warum muss unser wunderschönes ganz nettes neues Bibliotheksgebäude mit zwei riesengroßen Aufklebern versehen werden? Wir sind doch kein Joghurtbecher! Zumindest fühlt sich der Autor dieser Zeilen in seiner Rolle als probiotische Kultur sehr unwohl.

Die BLS ist in Hamburg sicher ausreichend bekannt. So bekannt, dass unsere Kollegen von der Physik auf der anderen Straßenseite den Leuten den Weg zu ihrer Fakultät inzwischen mit „gegenüber der Bucerius“ erklären. Die alten Schilder vor dem Hauptgebäude sind zwar schwer zu lesen, ohne einen starren Hals zu bekommen, aber sie vermitteln nicht eine Assoziation zu Dagobert Ducks Geldspeicher, dessen Beschriftung bekanntermaßen in ganz Entenhausen zu sehen ist.

Vielleicht soll die Beschriftung auch einfach nur schön sein und die Fassade zieren, so wie die an der neuen Rechtsbibliothek der Uni Hamburg. Vielleicht will die BLS damit nicht mehr ihren Sitz im „ehemaligen botanischen Institut“ haben, dessen Namen ja auch nicht gerade unsichtbar über den Türen im Innenhof prangt, sondern als erwachsene Hamburger Institution dem Stadtbild eine eigene Note hinzufügen.

Dennoch: Sei es Werbung, sei es corporate identity, sei es Ausdruck von Selbstbewusstsein – irgendwie wird man den Gedanken an den Joghurtbecher nicht los.

N.C.

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