Wenn BLS-Studenten ihre Hochschule als „zweites Zuhause“ bezeichnen, dann meinen sie das ernst: Der Autor dieser Zeilen verbringt in der Woche mehr als 50 Stunden in der Hochschule und befindet sich mit dieser Ziffer im Vergleich zu seinen Kommilitonen wahrscheinlich im Mittelfeld.

Kein Wunder, dass die Hochschule ihren Studenten eine Infrastruktur anbietet, über die man meckern kann, aber nicht muss.

buc.blog tut es trotzdem.

Die Hengeler-Mueller-Bibliothek…

– ist 24 Stunden geöffnet
– hat umfangreiche Bestände
– ihre Bibliothekare liefern erstklassigen Service
– ist sauber und aufgeräumt
– hat eine angenehme Arbeitsatmosphäre
– bietet Kleingruppenarbeitsräume
– hat WLAN
– ist groß genug für alle Studenten.
– Und: Ihr Leiter hat einen bewundernswerten Schreibstil, von dem sich so mancher kleine Blogger eine Scheibe abschneiden sollte.

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Zahnbürste in der Bibliothek

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Alles in allem eigentlich kein Grund zum Meckern. Leider benutzen wir die Bibliothek aber nicht nur zum Schmökern in juristischer Fachliteratur. Deswegen ist es manchmal zu laut. Der eine schlägt mit der Tür, der andere rührt in seiner Teetasse, und der dritte versucht seinem Mitbewohner am Telefon die Einkaufsliste im Flüsterton durchzugeben. Okay, das kann man verkraften. Die klimatischen und olfaktorischen Bedingungen sind unter Umständen gewöhnungsbedürftig. Auch in Ordnung, wir wollen mal nicht bieder sein. Gegen die Äußerung eines Professors, die enormen Anklang in der Hochschule fand, haben sich die Bibliothekare durchgesetzt, den Online-Katalog nicht auf der BLS-Website zu verlinken. Hm, wenn es tatsächlich jeden Monat 40 20 Anfragen von Externen gibt, die abgewimmelt werden müssen, kann man das verstehen (fraglich ist, ob unsere Bib aber überhaupt so exklusiv sein sollte). Hier bleibt abzuwarten, ob die Maßnahme den gewünschten Erfolg haben wird (buc.blog wird natürlich nachhaken!).

Der größte Wermutstropfen rührt aber von der eisernen Regel her, dass nur Doktoranden ihren Schreibtisch als Ablage verwenden dürfen. Die Regel ist sehr verständlich, ihre Einhaltung wurde zunächst mit „Razzien“, inzwischen sogar mit der Androhung des Bibliotheksverweises durchgesetzt. Durch die Versetzung der Spinde wird das abendliche Aufräumen vielleicht einigen leichter fallen. Dennoch: Schade, dass wir unsere Unterlagen nicht einfach in der Bib lassen können. Eigentlich wäre ja genug Platz für alle. Die Bibliotheksleitung denkt aber wahrscheinlich (richtigerweise!) an das Sprichwort vom kleinen Finger und der ganzen Hand. In der kommenden Klausurenphase wird sich zeigen, wie die Interessen vielleicht durch ein gentlemen’s agreement ausgeglichen werden können.

N.C.

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