Februar 2008


Boah, jetzt habe ich wirklich gepennt:

Das Hochschulquartett des Deutschlandfunks wird heute aus dem Moot Court übertragen. Um 19:15 diskutieren Wolfgang Herrmann, Jürgen Hesselbach, Dieter Lenzen und Joachim Treusch (Präsident der Jacobs University) über das Thema „Private Hochschulen – eine ernsthafte Konkurrenz zu staatlichen Universitäten?“

Die Antwort auf die Frage kann ich mir frei nach Radio Eriwan schon vorstellen: Grundsätzlich sind private Hochschulen eine Alternative, Probleme gibt es in den Bereichen „Bildung für alle“ und „Forschung“.

Wer spielt mit mir Bullshit-Bingo?

Bingo

Ich hatte mir ja vorgenommen, mehr für Insider zu bloggen. Here we go:

Wie formuliert man eine E-Mail an seinen Prof?

Momentan finden die Berufungsverfahren für die drei Lehrstühle der juristischen Fakultät der privaten Hanseuniversität (PHU) / Hanseatic University Rostock statt (buc.blog berichtete).

In den Auswahlkomissionen finden sich auch Studenten und Professoren der Bucerius Law School.

Inzucht?

studiVZ-ZEIT-Abo
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Ein klarer Fall von § 305c I BGB, würde ich mal sagen. Sonst würde § 307 I BGB greifen. Aber eigentlich sollte man als studiVZ-Nutzer auf so etwas gefasst sein. Wer sich schon registriert, handelt aufgrund der Generalklauseln in den AGB eigentlich grob fahrlässig.

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Danke an Johannes vom beetlebum blog und ans Feigenblatt der Uni Jena für den Comic! Ein einfaches Prüfungsschema zu AGB gibt’s hier (Ich hoffe mal, dass ich es richtig angewandt habe…).
Ich glaube, einigen in der letzten Woche aufgeworfenen Themen haben wir uns immer noch nicht in einer offenen Diskussion gestellt. Daher nochmal ein kurzer Beitrag hier und ohne Email-Spam… Befreit von Sozialromantik und hoffnungslosem Utopismus bleibt für mich aus der Thomas M.-Mail und D.-U.-Geschichte folgende Frage übrig:
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In was für eine Art von Hochschule soll sich die Law School mittel- bis langfristig entwickeln? Vielleicht stehen wir ja am Scheideweg zweier möglicher Perspektiven für die BLS. Wollen wir eine Hochschule sein, die neben guten Leistungen auch eine gesellschaftlich ernstzunehmende Rolle spielt? Sich international renommierte Einrichtungen wie Harvard oder Yale als Ziel und Vorbild nehmend gesellschaftliche Impulse setzen? Neue Meinungen und Ideen entwickeln, durch den dialektischen Diskurs und das Infragestellen des Etablierten wahrlich zu den – von Dohnanyi bei der Immatrikulation des Jahrganges 2007 prophezeiten – „Architekten der Gesellschaft“ werden? Oder andererseits „nur“ hervorragende und spezialisierte Juristen hervorbringen, die den Anforderungen der modernen Wirtschaft gewachsen und in Rekordzeit einsatzbereit sind?
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Im Bewerbungsverfahren sind uns soziale Kompetenzen und gesellschaftliches Engagement wichtige Auswahlkriterien für unsere Bewerber. Und es sind nicht nur Kanzleien und Unternehmen, die die Law School für anregende Diskussionen als Forum nutzen – man erinnere sich an die letzten Veranstaltungen mit Fritz Stern, Wolfgang Ischinger oder Rita Süssmuth.

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Brauchen wir Grundlagenforschung und Rechtsphilosophie genauso wie Gesellschaftsrecht und Einführung in die BWL? Das Potential ist zumindest für alle Optionen vorhanden.

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Wohin die Reise geht, nun, das liegt meiner Meinung nach an uns. Wobei beide Wege für den einen mehr, den anderen weniger attraktiv erscheinen mögen und jeweils ihre Berechtigung haben. Nur brauchen wir in jedem Fall die Diskussion und kontroverse Debatte – eben gerade auch über die obige Frage. Politische Diversität – gleich welcher Couleur – ist dafür m. E. förderlich. Warum sich die BLS den Weg zu gesellschaftlicher Bedeutung versperren wolle, à la „ihr wusstet doch, was ihr bekommt, nun beschwert euch nicht“ ist mir jedoch nicht ersichtlich. Wer sein will, muss auch werden wollen.

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Diejenigen, welche an der Praxis ohne Wissenschaft gefallen finden, sind wie Schiffer, die ohne Kompass und Steuer fahren. Sie sind nie sicher, wohin die Fahrt geht.
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L. da Vinci

Ich kann mir ja eigentlich gar nicht vorstellen, dass man sich darüber noch keine Gedanken gemacht haben soll: wenn ja, ist das Ergebnis wohl an mir vorbeigegangen und ich nehme alles zurück ;)
Alex Pyka
FR
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Frankfurter Rundschau, 23.02., Seite 16.

Das Abendblatt berichtet über das Schlutius-Konzert in einem Artikel, der fast nur über die Veranstalter und die honorigen Gäste berichtet – die Künstler selbst werden nur in einem einzigen Halbsatz erwähnt. Super.

Christian von Bitter wird zitiert: „Um den Tunnelblick zu vermeiden, ist die Förderung anderer Blickrichtungen entscheidend.“ Wunderbar, deswegen bekommen wir fürs Spielen im Orchester ja auch ein paar „Studium generale“-credits für den Bachelor. Mag sein, dass er das tatsächlich auch so gesagt hat, bei so einem Allgemeinplatz kann man ja nichts falsch machen. (Falsche Recherchen sind wir inzwischen ja gewohnt.) Einen Fehler habe ich zumindest gefunden: Soweit ich weiß, hält die Kanzlei momentan nur den Flügel im Auditorium im Stand, die Fördergelder werden vor allem für die Gehälter der Leiter von Chor und Orchester verwendet.

Fotos gibt es hier.

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