In der Klausurvorbereitungswoche ist die Bibliothek ja ein wunderbarer Ort. Auf dem Weg von Regal zu Bücherrückstellwagen zu Regal trifft man den gesamten Jahrgang, bekommt (verbotene) Schokolade in allen Variationen angeboten, ist immer auf dem aktuellsten Stand der Gerüchteküche und lernt nebenbei noch ein wenig. Wenn man dann irgendwann abends tatsächlich das Gebäude verlässt, hat man auf jeden Fall das Gefühl, etwas getan zu haben – mag es auch eher weniger juristischer Natur sein.

Heute war mein Tag in der Bib besonders auf auditiver Ebene ein Erlebnis – anstelle der sonst üblichen Betriebssystemouvertüren (es ist interessant, wie man so den allmählichen Wechsel der Studierendenschaft von XP zu Vista miterleben darf) ertönte auf einmal eines der Brandenburgischen Konzerte (glaube ich) aus einem verlassenen Handy (glaube ich).

Das arme Brandenburgische Konzert, könnte man sagen. Mein Tag war jedoch gerettet. Und unser lieber Präsident hätte sich auch gefreut wie ein Schneekönig — neulich habe ich mich mit ihm erst über Streichquintette unterhalten. Er steht jedoch offensichtlich eher auf die Musik ab etwa 1850, abends tönt manchmal sogar italienische Oper aus seinem Büro — dabei war er gar nicht beim Konzert!

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