Am Freitag, 13. Februar, findet von 14:00 – 20:00 Uhr im Rahmen der Aktion „Hilfe für Helene“ in der BLS eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) statt. Bei der im November geborenen Tochter einer Juniorprofessorin der WHU Vallendar, die im MLB-Programm lehrt, hat man im Dezember Leukämie (ALL) festgestellt. Deswegen sollen wir uns am Freitag alle etwa 5 mL Blut abnehmen lassen. Wenn unser Typ zu jemandem passt, der sich in der Datei befindet, können wir unter Umständen ein Leben retten – vielleicht auch Helenes.

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Über die Aktion wurde auch schon an prominenter Stelle berichtet (Stefan Niggemeier, fontblog, Berliner Morgenpost, BLS-Website, Hamburgischer Anwaltverein). Außerdem gibt es ein facebook-event. Helene selbst hat auch einen Blog.

Insgesamt kann ich unter meinen Kommilitonen eine große Spendenbereitschaft feststellen – viel höher als bei der jährlichen Blutspendeaktion. Dennoch haben viele Kommilitonen noch Fragen. Deswegen sprach buc.blog mit jemandem, der sich damit auskennt, nämlich einem Hämatologen.

Ist eine Typisierung sinnvoll?

Ja. Ich weiß nicht, ob bei der Typisierungsaktion an der BLS noch rechtzeitig ein Spender für Helene gefunden werden kann, jedoch gibt es über die Kartei der DKMS auch die Möglichkeit, einem anderen Kranken irgendwo auf der Welt zu helfen. Es sind schon Millionen von Menschen in den internationalen Karteien. Da es jedoch mehrere Millionen verschiedene Stammzelltypen gibt, ist es wichtig, dass sich viele Menschen typisieren lassen. Ich bin seit über zehn Jahren in der DKMS, kam aber bisher  eider noch nie als Spender in Frage.

Wie muss ich mir die Typisierung vorstellen?

Es läuft fast genauso ab wie bei einer Blutspende, jedoch wird sehr viel weniger Blut abgenommen.  Und ja, die Nadel ist auch ein bisschen kleiner. Es gibt auch die Möglichkeit der Typisierung über die Mundschleimhaut – das ist für den Spender einfacher, die Laborarbeit bleibt jedoch die gleiche.

Ist die Stammzellspende gefährlich?

Im Gegensatz zur Nieren- oder Herztransplantation wird bei der Stammzelltransplantation etwas gespendet, was der Spender innerhalb eines Tages neu bilden kann. Dem Spender geht also nicht wirklich etwas verloren. Heute werden fast immer die Stammzellen aus dem peripheren Blut und nicht mehr aus dem Knochenmark entnommen. Die „peripheren Blutstammzellen“ gewinnt man, indem der Spender über zwei Kanülen über wenige Stunden an eine Maschine angeschlossen wird.

Bei uns wird die Blutabnahme selbst eventuell auch von fortgeschrittenen Medizinstudenten und Rettungssanitätern durchgeführt. Ist das sicher?

Ja, auf jeden Fall. Es ist ja keine Rechtsberatung!
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Wichtig ist, dass die Typisierung keine Verpflichtung zur eventuellen Spende darstellt – man kann sich im Falle des Falles immer noch einmal dagegen entscheiden. Wäre aber schade drum, denn die nötigen Laborarbeiten kosten 50 Euro pro Spender. Wer kein Blut spenden will, kann sich deswegen an der Finanzierung der Aktion beteiligen. Wer nicht in Hamburg ist, kann sich in Berlin, Vallendar oder zu Hause typisieren.

Es wurde schon angemerkt, dass die Chance, rechtzeitig einen passenden Spender für Helene zu finden, nicht gerade groß ist. Umso wichtiger, also, dass sich viele typisieren lassen. Hier wird mit einem Einzelschicksal für etwas geworben, was Tausenden von Menschen zu Gute kommen kann – kein „Betrug„, sondern erst recht ein Grund, am Freitag zu spenden!

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