August 2009


So, in etwas mehr als einem Monat ist Bundestagswahl! Bei mir ist der Wahlkampf noch nicht so richtig angekommen, drum veranstalte ich einfach selbst welchen: Nachdem das Wahl-Spezial zur Europawahl etwas dürftig ausgefallen ist, werde ich demnächst wieder die Hochschulgruppen anschreiben und um einen Beitrag bitten.

Sollten die Piraten, PARTEIen, Schlämmers & Co. hier auch erscheinen wollen, freue ich mich über eine entsprechende Nachricht.

Auf eingehende Erklärungen, worum es eigentlich bei einer Bundestagswahl geht (à la "Nein, der Bundeskanzler wird nicht direkt gewählt!"), werde ich wohl verzichten können. Der Wahlomat startet leider erst am 4. September. Bis dahin empfehle ich die Tagesschau-Wahlseite mit einer Übersicht der Wahlprogramme und Wikipedia mit einer Liste der ausgeschlossenen Parteien. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung gibt’s eine schicke Umfrageseite.

Fachdienst Arbeitsrecht

… gibt es nicht nur als Parlamentarier, sondern auch als unabhängige externe Berater.

Die FAZ von heute hat ausführlich darüber berichtet, welches Ministerium wieviel Geld bei welcher Kanzlei gelassen hat. Die Auflistung liest sich fast etwas wie das Hörsaalverzeichnis unserer geliebten Hochschule.

Ob man die Beauftragung externer Berater nun gutheißen will muss sich jeder selbst überlegen.

Wirklich neu ist das Thema ja auch nicht. Aufmerksame Zuhörer des Vortrages von Frau Zypries an der BLS wussten schon einige Monate früher Bescheid, zwar ohne genaue Summen, aber zumindest darüber, welches Ministerium welche Sozietät am liebsten mag. Damals fand sie das noch recht normal. Wieso sie es ausgerechnet jetzt hochkocht? Es ist ja Wahlkampf …

Liebe Leser, es ist nicht nur Sommer, sondern ich bin mittlerweile auch dabei, an meiner Examensseminararbeit zu schreiben. Die ist immerhin Teil des Staatsexamens und folglich relativ wichtig, sonst wird das nichts mit der eigenen Festschrift. Deswegen wird hier in den nächsten Wochen wohl eher Funkstille herrschen.

Die Feigenernte auf dem Campus ist in vollem Gange.

Etwas verspätet auch an dieser Stelle noch der Hinweis auf die FAZ vom 27. Juli, Seite C2: Volker Rieble schreibt in der Rubrik „Mein Urteil“ über das Phänomen des „Dres. h.c.“. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz (und hart an den Grenzen des Zitatrechts) den wichtigen Teil wiedergeben:

[…] Das wiederum wirft nun ein einschneidendes Problem für akademische Kleinfürsten auf, die bei zwei Ehrendoktorwürden „hängengeblieben“ sind: Ihnen ist einerseits das „multiplex“ verwehrt, weil hier nach Art der Naturvölker gezählt wird (eins, zwei, viele). Andererseits besteht ein offenbar erhebliches Abgrenzungsbedürfnis zum akademischen Proletariat mit nur einem kümmerlichen Ehrendoktorat. Und so kommt es, wie es kommen muss: Die Distinktion findet neue Wege, hier zum „Dres. h. c.“, also „doctores honorum causa“. Mit diesem Titel unterzeichnet sogar der Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Dieser Titel hat einen Nachteil: Es gibt ihn nicht. Doctores ist zwar der lateinische Plural von Doktor, er meint aber eben nicht zwei (oder mehr) Titel, sondern zwei (oder mehr) promovierte Personen, etwa die beiden Rechtsanwälte Dres. Albert und Maier. Dres. Müller wäre also das Zeichen für zumindest zwei promovierte Müllers […] Sonst brauchte man schließlich den „multiplex“ nicht. […]

P.S.: Heute lief mir zufällig ein Buch über den Weg, dessen Frontispiz Titelblatt ich passend zum Thema kurz abbilden möchte…

medicus

P.P.S.: Noch einer – Professor Dr. Dres. h.c. Peter Hanau.

Alle paar Wochen drückt mir eine freundliche Chinesin an der S-Bahn-Haltestelle eine Ausgabe von The Epoch Times Deutschland in die Hand. Jetzt weiß ich auch, was eigentlich dahinter steckt.