Hier mein Beitrag zur Rundmail über das besetzte Audimax. Ich freue ich mich über Kommentare mit euren Gedanken.

Ich bin auf jeden Fall dagegen, dass sich die SV oder die Vollversammlung in irgendeiner Weise zu den Protesten äußern sollte. In jedem Fall ist Solidarität nicht angebracht.

1. Unsere Studentenvertretung ist bewusst unpolitisch und soll es bleiben. Wir haben hier den enormen Vorteil, dass unsere SV das volle Vertrauen der Hochschulleitung genießt und ausschließlich im Interesse aller Studenten sinnvolle Pläne durchsetzt. Sie soll eben nicht an der Tagespolitik teilnehmen. Dafür haben wir die politischen Hochschulgruppen, die sich ja auch aktiv an der (staatlichen) Hochschulpolitik beteiligen.

2. Eine Blockade ist das falsche Symbol: Bitte konstruktiv. Ich habe mit einigen Besetzern gesprochen, Zitat: „Wir vertreten vierzigtausend Studenten!“ So ein Unsinn – die große Mehrheit der Studenten ist nicht an großen Reden, basisdemokratischen Ausschüssen und Didgeridoo-Klängen im Audimax interessiert. Wozu gibt es StuPa und AStA? Wann zieht man endlich mal eine Lehre aus den unvorstellbar niedrigen Wahlbeteiligungen? Warum findet kein Dialog mit Hochschulverwaltung und Politik statt, sondern einfach nur stupide Blockade?

3. Der Protest wird auf dem Rücken der Studenten ausgetragen. Wem tut es weh, wenn das Audimax besetzt wird? Denen, die dort Vorlesungen besuchen wollen. Der Prof ist zufrieden, dass er weiter in seinem Elfenbeinturm forschen darf. Die Uni-Leitung kann auch weiter ihrer Arbeit nachgehen, auch wenn sie ab und zu ein paar unangenehme Telefonanrufe von Journalisten bekommt. Und die eigentlichen Entscheider im Senat sind fernab des Ganzen. Den Schaden tragen einzig die Studenten. Ich selbst war stinksauer, als ich vergangenen Mittwoch, kurz nach Beginn der Besetzung, nicht an einer Veranstaltung im Audimax teilnehmen konnte.

4. Wir machen uns nur unbeliebt. Auch wenn sich die Hochschule als „Vorbild“ für staatliche Bildungseinrichtungen versteht, sollten wir uns nicht in die Diskussion einmischen. Ich lehne mich mit meinem Punkt 2 schon sehr weit aus dem Fenster – nur wirklich Betroffene sollten hier etwas zu sagen haben.

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