Dezember 2009


Der Unispiegel berichtet über das Bucerius Law Journal als Beispiel für eine studentische Fachzeitschrift. Schöner Artikel, inhaltlich richtig und offenbar ohne Fehlzitat. Auch der Sponsor kann sich über eine Erwähnung freuen.

Wenn ich eines nach 10 Wochen juristischen Studiums feststellen kann, dann ist das die physische Belastung die mit dem handschriftlichen Verfassen von Klausuren einhergeht: Meine zarten Digital-Native-Hände sind völlig zerschunden. „Erosionsprozesse und Verweichlichung!“, würde mir ein bekannter Strafrechtsprofessor vielleicht mit Recht vorhalten, trotzdem fordere ich hiermit: Weg mit Pergament und Feder, Klausuren werden ab jetzt getippt! Und das in bester Gesellschaft, wie ein Artikel im Jura Magazin und ein entsprechendes Thesenpapier von Prof. Dr. Gerhard Struck (Universität Hamburg) zeigen, auch wenn ich zur Schonung aller Beteiligten (noch) nicht soweit gehen würde, wie es dort getan wird.

Zu den Gründen nach dem Klick!

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Im Rahmen der Vortragsreihe „Intellectual Property and Media Law“ hielt heute Prof. Michael W. Carroll (American University, Washington D.C.), bekannt durch seine Rolle als Mitbegründer und Fürsprecher der Creative Commons Organisation, deren Lizenzverträgen auch dieser Blog unterliegt, einen Vortrag zum Thema „How much of an incentive is it really? – The Effect of Copyright on Creativity“. Ebenfalls zu Gast war  Niva Elkin-Koren von University of Haifa.

Nach dem Klick eine kurze Zusammenfassung für Interessierte! (mehr …)

Im August hatte ein Frankfurter OStA gegen seine Zwangspensionierung zum 65. Geburtstag geklagt (Endlich mal ein Fall, in dem man § 126 BRRG tatsächlich anwenden kann!).

Sein Argument: Eine solche starre Altersgrenze sei eine Altersdiskriminierung nach der RL 2000/78/EG. Und überhaupt sei er ja noch uneingeschränkt einsatzbereit. Das VG Frankfurt hat diesen Unsinn mitgemacht und ihm per einstweiliger Verfügung Recht gegeben (Ballmann berichtete, PM in der JuS).

In zweiter Instanz war der VGH Kassel hingegen schlauer und schickte den guten Mann in den wohlverdienten Ruhestand.

Sein Argument, offenbar in Kenntnis der Rs. C-411/05 (Palacios de la Villa), in der sich der EuGH schon einmal das Gleiche gedacht hatte: Wo kämen wir denn da hin.

Näheres in NZA 19/2009, S. VII.

C: Bucerius Law School

Falls es doch an jemandem vorbeigegangen sein sollte, hier noch ein Hinweis auf das neue Law School Magazin. Das Projekt läuft irgendwo zwischen Werbeblatt und ambitionierter Schülerzeitung und sieht dabei ziemlich gut aus. Der PR-Faktor wäre allerdings sicher noch höher, würde man das Ganze als PDF online stellen! Für alle Freude der frischen Printprodukte gibt es aber noch Exemplare im Flügel rechts vom Eingang (Erdgeschoß). Haptisch ein Genuß, riecht auch gut ;-)

Bloggen in Echtzeit aus dem Auditorium:

Philip D. Murphy, seit zwei Monaten Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland, hält ein town hall meeting an der Hochschule ab. Zwei Tage zuvor hatte er Deutschland als „Amerikas wichtigsten Verbündeten“ bezeichnet. Den ganzen Vormittag über laufen Polizisten über den Campus, Bombenspürhunde gehen Gassi.

14:50: Der Hörsaal ist zu etwa einem Drittel belegt, es sind vor allem deutsche und Austauschstudenten da. Aus den Lautsprechern kommt amerikanischer Hiphop.

14:55: Es ist zur Hälfte voll, die Musik wird lauter.

15:05: Ich nehme mir vor, die Frage zu stellen, ob man den aufwändigen und teuren Visumsprozess in Berlin nicht etwas vereinfachen könnte.

15:08: Es geht los, das Licht wird gedimmt, Fotos, Applaus, Hariolf Wenzler begrüßt die Anwesenden und stellt den Redner vor. Er zitiert den oben verlinkten Wikipedia-Artikel.

15:13: Murphy betritt die Bühne, wir sollen uns weiter nach vorne setzen. Er begrüßt die Ausländer und singt die ersten Worte der kanadischen Nationalhymne. Dann verspricht er, dass er morgen für den HSV sein wird und stellt die ideale Gruppen für Deutschland und die USA bei der WM zusammen.

15:20: Er bringt den offiziellen Teil auf Deutsch sehr zügig über die Bühne.

15:21: Thema seiner Rede ist: „My Heroes and the German-American Relationship“.

15:25: Liste der Helden: James F. Byrnes, Außenminister, kündigte 1936 amerikanische Investitionen in Deutschland an. George Marshall, auch Außenminister, schlug 1947 das Hilfsprojekt für Europa vor. William Fulbright, Senator, initiierte 1946 das Fulbright-Programm. Rosa Parks begann 1955 den Busboykott in Montgomery (Murphy war in der NAACP). John F. Kennedy hielt die berühmte Berliner Rede. Martin Luther King war friedlicher Freiheitskämpfer und besuchte 1964 Ostberlin. Robert Kennedy rief 1968 nach Kings Tod zum friedlichen Protest auf. Willy Brandt zeigte 1970 im Warschauer Ghetto durch seinen spontanen Kniefall Emotionen. Barack Obama beginnt 2009 neue Politik.

15:55: „Engagement matters.“ – „Some stuff takes time.“

16:00: Zusammenarbeit Deutschlands und Amerikas ist wichtig auf vier Ebenen: „Peace and Security“ in Afghanistan. „Klimaschutz“, Kopenhagen wird jedoch keine verbindlichen Ziele festsetzen, da der Kongress nicht mitspielt. „Enlightened Capitalism“. „Demographics“.

16:15: Kernbotschaft: „Engage!“

16:16: In der Diskussion geht es um Opel und Afghanistan, den Nobelpreis, die EU. Ich gebe meinen Plan von 15:05 Uhr auf. Die letzte Frage: Was sind die Hauptaufgaben des Botschafters? Er will die vier genannten Punkte im Auge behalten, und zwar durch die Augen der deutschen Bevölkerung und uns aufrufen, geschichtsbewusst und mutig zu leben.

16:32: Schluss mit Krawatte.

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