Bloggen in Echtzeit aus dem Auditorium:

Philip D. Murphy, seit zwei Monaten Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland, hält ein town hall meeting an der Hochschule ab. Zwei Tage zuvor hatte er Deutschland als „Amerikas wichtigsten Verbündeten“ bezeichnet. Den ganzen Vormittag über laufen Polizisten über den Campus, Bombenspürhunde gehen Gassi.

14:50: Der Hörsaal ist zu etwa einem Drittel belegt, es sind vor allem deutsche und Austauschstudenten da. Aus den Lautsprechern kommt amerikanischer Hiphop.

14:55: Es ist zur Hälfte voll, die Musik wird lauter.

15:05: Ich nehme mir vor, die Frage zu stellen, ob man den aufwändigen und teuren Visumsprozess in Berlin nicht etwas vereinfachen könnte.

15:08: Es geht los, das Licht wird gedimmt, Fotos, Applaus, Hariolf Wenzler begrüßt die Anwesenden und stellt den Redner vor. Er zitiert den oben verlinkten Wikipedia-Artikel.

15:13: Murphy betritt die Bühne, wir sollen uns weiter nach vorne setzen. Er begrüßt die Ausländer und singt die ersten Worte der kanadischen Nationalhymne. Dann verspricht er, dass er morgen für den HSV sein wird und stellt die ideale Gruppen für Deutschland und die USA bei der WM zusammen.

15:20: Er bringt den offiziellen Teil auf Deutsch sehr zügig über die Bühne.

15:21: Thema seiner Rede ist: „My Heroes and the German-American Relationship“.

15:25: Liste der Helden: James F. Byrnes, Außenminister, kündigte 1936 amerikanische Investitionen in Deutschland an. George Marshall, auch Außenminister, schlug 1947 das Hilfsprojekt für Europa vor. William Fulbright, Senator, initiierte 1946 das Fulbright-Programm. Rosa Parks begann 1955 den Busboykott in Montgomery (Murphy war in der NAACP). John F. Kennedy hielt die berühmte Berliner Rede. Martin Luther King war friedlicher Freiheitskämpfer und besuchte 1964 Ostberlin. Robert Kennedy rief 1968 nach Kings Tod zum friedlichen Protest auf. Willy Brandt zeigte 1970 im Warschauer Ghetto durch seinen spontanen Kniefall Emotionen. Barack Obama beginnt 2009 neue Politik.

15:55: „Engagement matters.“ – „Some stuff takes time.“

16:00: Zusammenarbeit Deutschlands und Amerikas ist wichtig auf vier Ebenen: „Peace and Security“ in Afghanistan. „Klimaschutz“, Kopenhagen wird jedoch keine verbindlichen Ziele festsetzen, da der Kongress nicht mitspielt. „Enlightened Capitalism“. „Demographics“.

16:15: Kernbotschaft: „Engage!“

16:16: In der Diskussion geht es um Opel und Afghanistan, den Nobelpreis, die EU. Ich gebe meinen Plan von 15:05 Uhr auf. Die letzte Frage: Was sind die Hauptaufgaben des Botschafters? Er will die vier genannten Punkte im Auge behalten, und zwar durch die Augen der deutschen Bevölkerung und uns aufrufen, geschichtsbewusst und mutig zu leben.

16:32: Schluss mit Krawatte.

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