C: Reto Gericke 2009

Anlässlich der Hochzeit von Prof. Dr. Faust und Frau Faust, vormals Frahm, kam die Studierendenvertretung auf die Idee, den beiden ein studentisches Kochbuch zum Geschenk zu machen. Heraus gekommen ist eine Kodifikation 52-Seiten starke Sammlung von ausgewählten Anleitungen zur Gaumenverwöhnung.  Das Ergebnis kann hier online betrachtet werden und lässt sich hier als FDP PDF downloaden. Sicherheitshalber der  Hinweis: Das Dokument wird nicht vom Buc-Blog bereit gestellt und unterliegt auch nicht dessen Urheberschaft. Einige Kommilitonen hatten leider keine Kamera griffbereit, sodass bei der Illustrierung etwas improvisiert werden musste, daher.

Nach dem Klick gibt es noch eine juristisch unbedenkliche, weil vom Autor höchstpersönlich erstellte, Kostprobe: Indisches Hühnchencurry mit einem Hauch Zivilrecht. ;-)

CC by-nc-sa Theobald Tiger 2010

Das Hühnchencurry nach indischer Art

ist für den Koch insofern ein dankbares Gericht, als dass es keine Mengenangaben kennt, sondern einfach nach dem Parteiinteresse gestaltet werden kann und immer gelingt. Zudem bietet die schützende Schärfe der Sauce Gelegenheit allerlei Küchenreste zu verwerten, ohne dass dies den Gästen groß auffallen würde.

Essentialia negotii:

CC by-nc-sa 3.0 Theobald Tiger 2010

Hähnchenbrust

Basmatireis

Große weiße Zwiebeln
Knoblauch (ca. 2 Zehen gepresst)

Currypaste indisch scharf (Es empfiehlt sich die Bamboo Garden)

Rote und grüne Paprikaschoten

Cayennepfeffer
Koriander (Pulver)

Kokosmilch

Salz, Zucker

Pfeffer, ein bisschen Tomatenmark – passierte
Tomaten (streitig, s.u.)

Optional, aber sehr zu empfehlen:

Cashewnüsse (möglichst ungesalzen)
Zucchini

I. Zunächst ist umstritten, ob passierte Tomaten oder geschnittene ganze Tomaten einzubringen sind. Letztere Ansicht stellt darauf ab, dass ganze Tomaten der Sauce eine höhere Konsistenzverleihen, während solche aus der Dose häufig etwas süßer sind. Beides mit guter Begründung vertretbar, m.E. sind die passierten Tomaten aber zu bevorzugen, da sie weniger Arbeit machen und das Konsistenzproblem mit der Paprika, Zwiebel und der Zucchini gelöst wird. Das Gemüse sollte jetzt auch geschnitten werden. Das Fleisch würfeln.

II. Fleisch jetzt mit etwas Öl scharf in großer Pfanne anbraten, auf keinen Fall langsam vor sich hin garen lassen, da Huhn schnell zäh wird. Relativschnell das Gemüse hinzugeben, ebenfalls kurz  anbraten und dann mit der Tomatenmasse ablöschen. Was eben noch aussah wie ein Wok- Gericht in der Frühphase, sollte jetzt eher einem Süppchen gleichen.

III. Jetzt kommt die Currypaste ins Spiel. Die zu verwendende Menge richtet sich dabei nach dem objektiven Genießerhorizont: Was dem einen höchstens noch als Hustensaft taugt, ist dem anderen eine lasche Angelegenheit. Mitteleuropäer sollten jedoch testweise nicht mehr als zwei Teelöffel des Konzentrates hinzugeben, schnell unterrühren und dann erstmal abschmecken. Dazu den Cayennepfeffer, den Knoblauch, Salz und Pfeffer geben. Zu beachten ist, das Curry eher eine breite, warme und leichtverzögerte (!) Schärfe bietet, während Chili und Cayenne eine (hier sog.) Spitzenschärfe tragen. Die Kokosmilch mildert beide Schärfemodi wieder etwas und sollte je nach Geschmack hinzugegeben werden, ganz fehlen darf sie aufgrund ihres Aromas und der typischen hellroten Curryfärbung aber nicht. Köcheln lassen und sich nun um den Reis kümmern, der am besten nach den jeweiligen Verpackungshinweisen bereitet wird.

IV. Jetzt gilt es die letzten Korrekturen vorzunehmen. Etwas Tomatenmark und Zucker sollten in kleiner Menge hinzugegeben werden, Koriander ist bereits im Currykonzentrat enthalten, kann aber noch zusätzlich verwendet werden. Für die anderen Gewürze gilt dasselbe. Die Cashewnüsse gehackt erst in der letzten Minute in das Werk streuen, werden sie zu heiß treten äußerst unappetitliche Öle aus, was unbillig ist. Pfanneninhalt auf den Reis geben et voilà! Als Getränk empfiehlt sich derweil ein Mango-Lassie.

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