Sprache ist ständig im Wandel, darum ist so manches, was selbsternannte Sprachhüter (ähem…) als falsch brandmarken, einfach Zeichen semantischer Entwicklung. Dennoch kommt es gerade bei uns Juristen auf Genauigkeit an, weshalb die rechtswissenschaftliche Fachsprache sich gegenüber Neuerungen doch recht träge verhält.

Die folgenden Lapsus sollte man sich also zumindest in einer Klausur oder mündlichen Prüfung ersparen:

  1. fortfolgende“. Das zweite F in „ff.“ steht einfach nur für den Plural, genau so wie das zweite L in „LL.B.“
    § 1 ff. spricht man daher „Paragraf eins folgende“ aus. Und nicht anders.
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  2. „lediglich rechtlich vorteilhaft“. Nein, ein Geschäft kann auch noch auf andere Weise vorteilhaft und trotzdem nach § 107 BGB wirksam sein, zum Beispiel wirtschaftlich vorteilhaft. Einfach die Wortreihenfolge umdrehen, dann hat es Sinn: „rechtlich lediglich vorteilhaft“. Den Fehler macht übrigens jedes zweite Lehrbuch. Und auch das EVP-Skript, das ich gerade lese.
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  3. „A hat sich eines Diebstahls strafbar gemacht.“ Das muss man einfach auswendig lernen: Es heißt „sich eines Delikts schuldig machen“ (Genitiv) und „sich wegen eines Delikts strafbar machen“ (mit Präposition). Eure Korrektoren werden es euch danken, so zuletzt ausdrücklich im Korrekturbericht zur ExÜ Saliger vom 7. Mai.
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  4. Welche „Sünden“ kennt ihr noch?

Deutsch mit buc.blog: 1, 2, 3, 4, 5, 6 et passim.

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