August 2010


Legt man dieses Schema zur Bewertung der inhaltlichen Qualität einer Hochschul-Website zugrunde, ist www.law-school.de eigentlich gar nicht so schlecht gemacht.

Die Alternative ist dagegen noch weniger ausgereift.

Advertisements

Mit Freuden stellt der Autor fest, dass der 2010er-Jahrgang so gut wie vor der Tür steht und wahrscheinlich schon eifrig die IKEA-Möbel in die Wand dübelt. Erfahrungsgemäß ist das Propädeutikum nicht übermäßig arbeitsintensiv, sodass vielleicht der ein oder andere Moment Zeit bleibt, trotz langsam einsetzender Regenzeit die Stadt zu erkunden. Im Folgenden fünf liebgewonne Orte als Anregung:

1. Fischmarkt bei Nacht

Flasche Rotwein zweifelhafter Qualität einpacken und mit der S-Bahn auf die Reeperbahn fahren. Nach Ausstieg eine Straße namens Pepermölenbek hinab zum Fischmarkt, dort an den Kai setzen und das Hafengeschehen bestaunen. Von einem Anleger dort fahren recht oft HVV-Fähren in allerlei Richtungen, beispielsweise die Nummer 62 über den Fischereihafen Richtung Ovelgönne/Elbstrand. Eine schöne, dank der Law-School-Karte, kostenlose Einstiegsmöglichkeit in die hanseatische Tradition der Seefahrt.

2. Grillen im Stadtpark

U-Bahn Borgstraße hinaus, am besten schnell sobald sich Sonne zeigt, es könnte immer das letzte Mal gewesen sein für dieses Jahr. Am besten rechts Richtung Teich halten, dort brät es sich am besten.

3. Anfangen zu joggen: Die Alster.

Über 8km erstreckt sich die wahrscheinlich schönste Joggingstrecke Deutschlands rund um die Außenalster. Guter Treffpunkt für Laufgruppen sind der Hauptbahnhof oder direkt die Law-School.

4. Wenn es schon schneit: Immernoch die Alster!

Die Alster taugt auch für einen Winterspaziergang. Am Wegesrande gibt es Glühwein und Punsch oder einen ziemlich guten Apfelstrudel mit Sahne im Literaturhaus (Schwanenwik 38). Ein Besuch des Cafés mit dem prächtigen Saal ist wohl dank Unterstützung der ZEIT-Stiftung nicht so teuer, wie es zunächst den Anschein hat, und lädt dazu ein, seine spottbillig im Law-School-Abo (nicht verpassen!) erworbene ZEIT-Ausgabe zu studieren. Hierher kann auch absolut standesgemäß zum Frühstück ausgeführt werden.

5. Auf den Basar im Steindamm

Wer ein Herz für Oliven, Schafskäse und allerlei andere orientalische Spezialitäten hat, sollte es nicht versäumen vom Hauptbahnhof aus einen Ausflug den Steindamm hinauf zu unternehmen. Hungrige sollten ruhig etwas weiter gehen und sich auf der rechten Straßenseite nach einem der türkischen Restaurants umsehen, am besten mit möglichst kurzer Speisekarte und einem Teespender. Besonders empfehlenswert: Lammspieß-Tabak oder Adana-Kebap für sehr deutlich unter 10 €. Wer unter anhaltender Schläfrigkeit leidet, sollte das in solchen Etablissements normalerweise kostenlos ausgeschenkte Teekonzentrat einmal unverdünnt genießen.

Schanze (Sofabar, Haus73), Grindelhof (abaton-Kino, mathildes bar) findet ihr selber, Kiez sowieso.

Immer wieder aktuell: Die IT-Situation an der Hochschule. Die Probleme sind mannigfaltig: Der Jahrgang 2006 erhält seit etwa einem halben Jahr konstant fünf bis zehn Viagra-Spam-Mails am Tag. Die PCs in den Computerräumen funktionieren gar nicht oder nerven wegen fehlender Programmupdates. Die Bibliothek kann wichtige Informationen wie einen übersichtlichen Zugang zu elektronischen Inhalten nicht übersichtlich darstellen. Und das Intranet funktioniert zwar zulässig, ist aber unvorstellbar langsam und in Sachen Design und Inhalte hoffnungslos veraltet.

Zumindest für den elften Studierendenjahrgang wurde ja endlich ein neues Intranet fest versprochen. Doch daran glaube ich inzwischen auch nicht mehr:

Zumindest der neue MLB-Jahrgang benutzt nämlich die gewohnte alte Infastruktur.

Aber darüber habe ich ja schon wirklich hunderttausendmal berichtet.

Die Diskussion über die Qualitäts- und Preispolitik des Studierendenwerks geht weiter: Jetzt erhitzen sich die Gemüter über eine Waage, die das Gewicht der selbst gefüllten Teller bestimmen soll. Anlass ist ein Flugblatt (s.u.).

Gestern hatten Big Soul (buc.blog berichtete) ihren zweiten Auftritt bei X Factor. Ein Teil der Aufnahmen sind in der Hochschule entstanden.

Ach ja: Die vier sind der Hammer.

Also gut, ich fange das Stöckchen den Zaunpfahl mal auf, aber nur unter dem Hinweis, dass ich schon mehrfach berichtet habe und es erst in mehr als einem Jahr (!) losgeht:

Die juristische Fakultät der European Business School (ebs) wurde jetzt in Wiesbaden mehr als feierlich eröffnet. Der Studienbetrieb soll zum Wintersemester 2011 losgehen.

Die Idee, an der ebs eine rechtswissenschaftliche Fakultät einzurichten und die Hochschule damit, wie jetzt geschehen, in den Rang einer Universität zu heben,  ist nicht neu – erste Pläne dazu gab es schon vor mehr als 15 Jahren. Ich habe mir mal die beiden Pressemitteilungen durchgelesen und das folgende Fazit gezogen.

Ein paar Dinge haben mir am Konzept der ebs Law School gefallen:

  • Im Kuratorium sitzen Bundesrichter und BRAK-Mitglieder. Ob das für die Bodenhaftung hilft, weiß ich nicht, ist aber ein nettes Detail.
  • Die ebs geht die Problematik „schnell und gut Jura studieren versus viel Wirtschaft und Sprachen“ anders an als wir: An der BLS ist mittlerweile klar, dass ein gutes Staatsexamen weiterhin im Vordergrund stehen wird, die ebs Law School wirbt damit, quasi zwei Studien parallel zu ermöglichen. Dass das zwangsläufig auf Kosten der Studiendauer und/oder der juristischen Qualifikation geht, hat die BLS mittlerweile erkannt. Bei der ebs steht jedenfalls die Schnelligkeit aber weiterhin im Vordergrund…
  • Wer genug wirtschaftswissenschaftliche Kurse belegt, bekommt das am Schluss in einem zusätzlichen Abschluss verbrieft. Genau das führt die BLS jedoch schon in diesem Herbst für die neuen Erstsemester auch ein, es soll auch eine rückwirkende Regelung geben.

Dennoch zeigt sich an einigen Ecken, dass die Sache einen Haken hat:

  • Die Studiengebühren sind hoch: Einheitlich 3.700,- pro Trimester. Von wirklichen Finanzierungsmöglichkeiten hat man offenbar noch nicht gehört. Das wird also tatsächlich der Nobelschuppen, für den die BLS immer gehalten wird: Ganze zehn Stipendien werden pro Jahr vergeben…
  • Die Hochschule hat ihren Sitz in Wiesbaden – also aAdW.
  • Bei den Partnerhochschulen findet sich wenig juristisches Profil. Gerade in den USA und Großbritannien sucht man große Namen noch vergeblich.
  • 200 Studenten pro Jahrgang ist eine ganze Menge – viele staatliche Unis haben spätestens im Hauptstudium kleinere Semester.
  • Offenbar gibt es noch nicht besonders viele Unterstützer aus der Wirtschaft.
  • Es werden ausschließlich Schwerpunkte im Handels-, Gesellschafts-, Steuer- und Arbeitsrecht angeboten. Strafrecht, Öffentliches Recht, Grundlagen: Fehlanzeige. Leider kein Zufall…
  • Es gibt einen Numerus clausus: 2,5 in Deutsch, Mathe und erster Fremdsprache.
  • Die Hochschule hat keinen wirklichen Geldgeber. 50 Millionen Euro kommen als Anschubfinanzierung von Stadt und Land, die (und das ist wirklich ein Skandal!) gerade 30 Millionen bei den staatlichen Hochschulen gestrichen haben. So etwas gäbe es in Hamburg nicht – man setzt hier ganz auf eigenes Engagement der Bürger (worüber wir natürlich auch gern mal schimpfen).
  • Das didaktische Konzept klingt etwas seltsam: „Interaktive Trainingstools, wie ein ‚Klausurtrainer‘ und Strukturierungswerkzeuge sollen die Teilnahme an Repetitorien obsolet machen.“

Hoffen wir, dass die ebs Law School bis zu ihrer Gründung noch einige Kinderkrankheiten beseitigt, an denen auch die BLS in ihren ersten Tagen sehr zu leiden hatte.

Die offizielle Politik der BLS ist auf jeden Fall sehr freundlich und offen: Die Gründung der ebs Law School geschah mit jeder Menge ideeller Unterstützung aus Hamburg.

Schlammschlachten, wie sie zum Beispiel zwischen den Wiwis an ebs und WHU üblich sind, können wir überhaupt nicht gebrauchen. Sehen wir dem mal ganz gelassen entgegen – Konkurrenz belebt das Geschäft. Und so.

Bewerben kann man sich ab Januar 2011.