Mit Freuden stellt der Autor fest, dass der 2010er-Jahrgang so gut wie vor der Tür steht und wahrscheinlich schon eifrig die IKEA-Möbel in die Wand dübelt. Erfahrungsgemäß ist das Propädeutikum nicht übermäßig arbeitsintensiv, sodass vielleicht der ein oder andere Moment Zeit bleibt, trotz langsam einsetzender Regenzeit die Stadt zu erkunden. Im Folgenden fünf liebgewonne Orte als Anregung:

1. Fischmarkt bei Nacht

Flasche Rotwein zweifelhafter Qualität einpacken und mit der S-Bahn auf die Reeperbahn fahren. Nach Ausstieg eine Straße namens Pepermölenbek hinab zum Fischmarkt, dort an den Kai setzen und das Hafengeschehen bestaunen. Von einem Anleger dort fahren recht oft HVV-Fähren in allerlei Richtungen, beispielsweise die Nummer 62 über den Fischereihafen Richtung Ovelgönne/Elbstrand. Eine schöne, dank der Law-School-Karte, kostenlose Einstiegsmöglichkeit in die hanseatische Tradition der Seefahrt.

2. Grillen im Stadtpark

U-Bahn Borgstraße hinaus, am besten schnell sobald sich Sonne zeigt, es könnte immer das letzte Mal gewesen sein für dieses Jahr. Am besten rechts Richtung Teich halten, dort brät es sich am besten.

3. Anfangen zu joggen: Die Alster.

Über 8km erstreckt sich die wahrscheinlich schönste Joggingstrecke Deutschlands rund um die Außenalster. Guter Treffpunkt für Laufgruppen sind der Hauptbahnhof oder direkt die Law-School.

4. Wenn es schon schneit: Immernoch die Alster!

Die Alster taugt auch für einen Winterspaziergang. Am Wegesrande gibt es Glühwein und Punsch oder einen ziemlich guten Apfelstrudel mit Sahne im Literaturhaus (Schwanenwik 38). Ein Besuch des Cafés mit dem prächtigen Saal ist wohl dank Unterstützung der ZEIT-Stiftung nicht so teuer, wie es zunächst den Anschein hat, und lädt dazu ein, seine spottbillig im Law-School-Abo (nicht verpassen!) erworbene ZEIT-Ausgabe zu studieren. Hierher kann auch absolut standesgemäß zum Frühstück ausgeführt werden.

5. Auf den Basar im Steindamm

Wer ein Herz für Oliven, Schafskäse und allerlei andere orientalische Spezialitäten hat, sollte es nicht versäumen vom Hauptbahnhof aus einen Ausflug den Steindamm hinauf zu unternehmen. Hungrige sollten ruhig etwas weiter gehen und sich auf der rechten Straßenseite nach einem der türkischen Restaurants umsehen, am besten mit möglichst kurzer Speisekarte und einem Teespender. Besonders empfehlenswert: Lammspieß-Tabak oder Adana-Kebap für sehr deutlich unter 10 €. Wer unter anhaltender Schläfrigkeit leidet, sollte das in solchen Etablissements normalerweise kostenlos ausgeschenkte Teekonzentrat einmal unverdünnt genießen.

Schanze (Sofabar, Haus73), Grindelhof (abaton-Kino, mathildes bar) findet ihr selber, Kiez sowieso.

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