Heute beginnt das neue Trimester (buc.blog berichtete). Also gibt es wieder jede Menge Büchertipps, damit man sich im Dschungel obskurer Veröffentlichungen und zwielichtiger Professorenempfehlungen zurechtfindet. Ich freue mich immer über eigene Erfahrungen in den Kommentaren!

Erstes Trimester

Vertragsrecht I:
Die Vorlesung umfasst zwei Rechtsgebiete: BGB AT und Schuldrecht AT. Darum braucht man hier leider gleich zwei Schmöker: Ich empfehle Brox/Walker, BGB AT und Loschelders, Schuldrecht AT. Gut sind auch Brox/Walker, Rüthers/Stadler und Faust (jedoch ziemlich knapp). Finger weg von Eckert und Medicus.

Verfassungsrecht I:
Auch wenn sich die Vorlesung anhört wie Politikunterricht in der Schule: Hier sitzen ein paar ärgerliche Standardprobleme des öffentlichen Rechts, die man aus den Kleingruppenfällen extrahieren und sich mit einem Lehrbuch erarbeiten kann. Gut soll hier der Degenhart Klausurenkurs sein (nicht unbedingt das Lehrbuch!). Hat jemand Erfahrungen mit dem Kämmerer? Und: Manche schwören hier auf Rolf Schmidt.

Strafrecht I:
Wessels/Beulke ist das Standardwerk. In der Bib schon mal den Joecks für Einzelprobleme als Nachschlagewerk nutzen. Richtig schick wird’s dann im Kühl.

Viertes Trimester
(Wer zum Teufel hat sich eigentlich dieses Curriculum ausgedacht?)

Sachenrecht II:
Die Röthelschen EVP-Skripten eignen sich wunderbar zur Klausurvorbereitung. Hier lohnt es sich wirklich, einmal bei seinen (Groß-)Eltern nachzufragen. Übersichtlich, verständlich und auch anspruchsvoll. Vieweg/Werner, Sachenrecht ist ein gutes Werk, das beide Teile des Sachenrechts und auch einen Teil der GSV-II-Vorlesung abdeckt. Das Buch ist gut gegliedert. Man muss öfters mal einen Abschnitt zwei- oder dreimal lesen, dafür kann man die Abschnitte auf Examensniveau, die gesondert gekenzeichnet sind, bei Bedarf ausklammern. Sehr empfehlenswert, Kaufempfehlung. Außerdem: Hemmer-Fälle durcharbeiten.

GSV I:
Es empfiehlt sich, Kleingruppenfälle, Skripten und die dort angegebenen Aufsätze zu lesen. Bücher gibt es nicht so richtig. Das Röthel-Skript gibt es auch gedruckt im Beck-Verlag. (Der Fuchs ist angeblich gut, aber so schlecht aufgemacht, dass ich ihn nicht lesen konnte.)

Handelsrecht:
Skripten lesen und in der Vorlesung mithören, wo die Schwerpunkte sein werden: §§ 15, 25 u.ä. HGB, Handelsvertreterrecht, Komissionsgeschäfte und so weiter. Nachlesen kann man das sehr gut im Lettl, der kurz und verständlich anhand von Aufbauschemata erklärt. Vertritt ein paar skurrile Mindermeinungen, das ist man im Handelsrecht jedoch natürlich gewohnt… Dazu gibt es wunderbare Hemmer-Fälle. Jung soll auch gut sein. Vormerken kann man sich die Fälle von Timm/Schöne.

POR:
Hier sollte man die Kleingruppenfälle mit Hilfe eines Maurer, Gersdorf und eines Schenke (aus der Bib, wer Geld hat kann sie sich auch kaufen) lösen. Für die polizeirechtlichen Teile sind die Pünder-Skripten recht gut, wer ein Lehrbuch will, ist recht verloren. Es gibt ein Skript von Schlömer & Sperl, das zwar auf Idiotenniveau geschrieben ist, sich aber leicht liest und trotz ein paar Fehlern und fehlenden Streitständen ganz nützlich sein kann. Für die Klausur ist hier ein systematisches Verständnis der verschiedenen Konstellationen (Klassiker: Fortsetzungsfeststellungsklage!) hilfreich.

Europarecht I:
Ein Fach, das klassisch vernachlässigt wird, aber die Grundlagen, besonders das Verhältnis des Europarechts zum nationalen Recht kommen in allen Rechtsgebieten immer wieder vor. Außerdem sind Probleme wie die unmittelbare Anwendung einer Richtlinie und Schadensersatz bei Nichtumsetzung ärgerliche Klassiker. Also: Zumindest die Vorlesung besuchen und das Skript lesen. Das klassische Lehrbuch ist von Streinz; abraten kann ich von Hemmer; das Casebook ist erst bei Europarecht II interessant.

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