Ein Ranking, das auf den Noten der Studierenden eines Jahrgangs basiert, wird nur zum Zweck der Vergabe der Studienplätze für das Auslandstrimester erstellt. Jeder Studierende erfährt lediglich seinen eigenen Ranking-Platz, und dies auch nur zu diesem einen Anlass im gesamten Studienverlauf.

So der bisherige Stand. Vor einigen Monaten bereits gab es dann große Aufregung: Ein Lehrstuhl hatte zum Zweck der besseren Einordnung von Bewerbern auf eine Stelle als studentische Hilfskraft deren Rankingplätze Notenübersichten angefordert. Aus Versehen wurde versäumt, darin enthaltene Rankingplätze aus den Bewerbungsunterlagen, die den abgelehnten Kandidaten zurückgegeben wurden, zu löschen. Dies hatte zur Folge, dass einige Kommilitonen bereits Monate vor dem Auslandsranking ihren (damaligen) Ranking-Platz erfuhren.

Nun ist es durchaus fragwürdig, dass Rankingergebnisse Notenübersichten inklusive Rankingergebnissen bei Bewerbungen von studentischen Hilfskräften angefordert werden (es handelt sich schließlich um Kopierjobs, da helfen 10 Punkte in Vertragsrecht I/II nicht unbedingt weiter). Außerdem scheinen die Informationen ohne vorherige Einwilligung der jeweiligen Bewerber angefordert worden zu sein. Das ist mindestens schlechter Stil.

Wie auch immer, der Käse schien eigentlich schon gegessen, auch weil alle Beteiligten beteuerten, es handle sich um ein Versehen, so etwas komme nie wieder vor. Vor wenigen Wochen jedoch setzte eine Jahrgangsversammlung des betroffenen Jahrgangs das Thema wieder auf die Tagesordnung. Bei der folgenden Senatssitzung wurde dann folgende Regelung getroffen (so die Info-Mail der Jahrgangsvertreter):

Die Freigabe der Noten bzw. des Rankingplatzes erfolgt ausschließlich und unmittelbar auf Veranlassung der Studenten. Man würde sich also wie gehabt entweder einen Ausdruck abholen oder Frau O´Connor selbst anschreiben, bevor diese dann Noten bzw. bei Gutachten etc. den Rankingplatz an die Lehrstühle sendet. Auf der Klausurtagung am 5.11. wird dieser Punkt noch einmal besprochen.

Unklar bleibt bei dieser Lösung jedoch, wie verhindert werden soll, dass der einzelne Studierende seinen eigenen Rankingplatz erfährt. Denn auch bei Bewerbungen/Gutachten für Stipendien sollen Ranking-Ergebnisse eine Rolle spielen (häufig gehörte Vermutung: „In die Studienstiftung wird nur endgültig aufgenommen, wer unter den besten 10% seines Jahrgangs ist“). Wenn es jedoch relativ einfach ist, den eigenen Rankingplatz zu erfahren, besteht die Gefahr, unerwünschtes (und bisher erfolgreich vermiedenes) „Rankingdenken“ zu befördern. Bisher hat die Hochschule durchaus auch damit geworben, hier bekomme nie jemand schwarz auf weiß bescheinigt, dass er „nur Platz 95 ist“.

Die Meinungen darüber, wie einfach man an seinen Rankingplatz gelangen soll, gehen ja durchaus auseinander. Es ist aber höchste Zeit, eine klare und transparente Regelung zu präsentieren, wie, wann und auf wessen Veranlassung welche Studienleistungen an wen weitergegeben werden. Schon allein, um die von Spekulationen geprägte Diskussion zu beenden.

LZ

Nachtrag: Anscheinend wurden von dem betreffenden Lehrstuhl nicht Rankingergebnisse, sondern Notenübersichten von den Bewerbern angefordert. Die Rankingergebnisse waren nur versehentlich „dabei“. Das ändert allerdings nichts daran, dass Prüfungsleistungen offenbar ohne Einwilligung weitergegeben wurden und dass es relativ leicht ist, seinen eigenen Rankingplatz zu erfahren. Trotzdem entschuldige ich mich für diese unrichtige Information.

LZ

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