In einem Interview mit dem Online-Magazin Legal Tribune Online äußert sich der Gründungsdekan der EBS Law School, Prof. Dr. Gerrick Frhr. von Hoyningen-Huene, zum Konzept der neuen Fakultät. Destilliert man seine Aussagen, kommt jedoch nicht viel überraschendes dabei heraus:

Auffallend ist – außer dem klingenden Namen des Dekans – zunächst der außerordentlich peinliche Verweis auf die (nicht existierende) Princeton Law School sowie die hochtrabenden Ambitionen, Harvard und Yale als Partner-Universitäten zu werben. Wolkige Worthülsen Vage Aussagen (an der EBS strebt man „eine Kombination aus Business und Know-how“ an) und die ungewöhnliche Vorstellung, man brauche „Manager mit exzellentem juristischen Wissen“ komplettieren das Bild (bisher hieß es immer, es seien das abstrakte Denken und die juristische Exaktheit, nicht das Wissen, die man im Management benötige).

Dass eine wirtschaftswissenschaftliche Fakultät „um die Ecke“ ein Vorteil sein könnte, muss man gleichwohl neidlos anerkennen. Um ehrlich zu sein wünschte ich mir eine Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachbereichen der Uni Hamburg. Was jedoch ein Master of Arts in Wirtschaftswissenschaften wert sein soll, der in nur einem zusätzlichen Semester erworben werden kann, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Wenn man so viele Inhalte der BWL/VWL schon im Jurastudium unterbringen möchte, muss man die Ansprüche an die Examensnote schon massiv herunterschrauben.

Kleingruppen mit max. 20 Teilnehmern sind natürlich nicht schlecht, wenn auch wenig originell. Der „IT-gestützte Rechtsunterricht“ scheint dagegen eine Mogelpackung zu sein. Elektronische Vorlesungsskripte gibt es überall und braucht kein Mensch außer zum ausdrucken (ich kenne niemanden, der lieber am Bildschirm lernt als mit Hardcopy), WLAN, Laptop und Steckdose (ebenso wie Beck Online etc.) am Arbeitsplatz hat praktisch jeder Jurastudent, auch an staatlichen Unis. Und solange das Staatsexamen mit Tinte und Papier geschrieben werden muss, sollte man seine Handschrift sowieso sorgsam pflegen.

Fazit: Das IT-gestützte Lernkonzept ist das einzige wirklich „neue“, und wie das genau aussieht, kann man noch nicht recht sagen. Immerhin wird wegen des objektiven Staatsexamens hinterher niemand sagen können, der Abschluss an der EBS Law School sei gekauft. Dafür müssen dann aber auch die Ergebnisse stimmen.

Mit Dank an Fabian

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