Der deutsche Staatsrechtler und politische Philosoph Carl Schmitt (1888-1985) gilt als bekanntester deutscher Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts. Unbestritten wird er (als linientreues Mitglied der NSDAP) betrachtet als „Kronjurist des Dritten Reiches“ und „geistiger Quartiermacher des Nationalsozialismus“ und wurde eingegliedert in die Reihen der „furchtbaren Juristen“ (Titel eines Buches von Ingo Müller, München 1987, Signatur in unserer Bibliothek: R 745 h Mülle 1987).

Im Bestand unserer Bibliothek finden sich zahlreiche Primär- und Sekundärwerke von und über Carl Schmitt, darunter auch die 2010 erschienene maßgebliche Bibliographie von Alain de Benoist (Rezension).

Hingewiesen werden soll jedoch an dieser Stelle auf Carl Schmitts circa 6.000 Bände umfassende private Forschungsbibliothek, deren Inhalt sich nicht nur auf juristische Literatur beschränkte. Wer heute verstehen will, welche informationelle Ausstattung die Grundlage für Schmitts juristisches und politisches Denken, Forschen und Handeln bildete, sollte ersatzweise einen Blick auf diese alphabetisch geordnete Liste werfen, die einen Bibliothekskatalog ersetzt und die ursprüngliche – inzwischen als Sammlung verkaufte und damit überwiegend aufgelöste – Bibliothek nur rekonstruiert. Erstellt von Dr. Martin Tielke (Aurich) finden Interessierte diese Liste auf der Website der „Carl-Schmitt-Gesellschaft“; sie wird dort sukzessive ergänzt (zum PDF).

Bibliothecarius.

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