Dezember 2010


Seit den Ankündigungen der EBS Law School, dass es dort „einen IT-gestützten Rechtsunterricht geben wird, den es bislang an keiner juristischen Fakultät in Deutschland gab“ ist die Diskussion um die Hochschule der Zukunft neu entfacht.

So hat etwa die Uni Kassel das Konzept der „mobilen Hochschule“ für sich entdeckt. Laut Pressemitteilung wird es künftig „für die Studierenden an der Uni Kassel möglich sein, überall auf dem Campus E-Books abzurufen, in einer laufenden Vorlesung Kurzaufgaben des Professors zu lösen oder während der Veranstaltung durch elektronische Umfragen Rückmeldungen zu geben. Sie werden die Chance bekommen, sich beim Lernen in Kleingruppen an jedem Ort der Universität zu vernetzen, Ergebnisse auszutauschen oder zu ergänzen.“

Auch an der Uni Hamburg kann man sich schon aufgezeichnete Vorlesungen zu Hause ansehen.

Für interessant halte ich das Zuschalten von Gästen zu Vorlesungen und Veranstaltungen, wie es bereits mit Jonathan Zittrain von der Harvard Law School geschah. Dies ist im HNH mit der vorhandenen Technik auch problemlos möglich.

Die Frage ist jedoch, ob dies zum besseren Studium führt, indem etwa durch Krankheit verpasste Vorlesungen einfach nachgeholt werden können oder aber dazu verleitet, den ganzen Tag im Bett mit dem Notebook zu verbringen. Werden Vorlesungen dann überhaupt noch besucht? Wie viel ist der persönliche Kontakt zum Dozenten wert?

Was sind eure Zukunftsvisionen für die Law School ?

Kurz berichtet: An der Uni Hamburg gibt es demnächst auch so etwas wie unser ZJL, es heißt dort „Fachdidaktikzentrum“. Momentan finden dort Berufungsverfahren statt, denn dem Zentrum sollen Ordinarien vorstehen. So hatten es jüngst auch die Mitglieder des Think Tanks gefordert, hier wird es jedoch vorerst bei „Studienleitern“ bleiben, die zum Teil ebenfalls noch zu benennen sind und, wenn ich das richtig verstanden habe, von den Prof.res Faust und Röthel unterstützt werden. Was meiner Meinung nach auch keine schlechte Lösung ist.

Zur Meldung des Fachschaftsrats.

Die Prüfungsordnung, teilweise vom Gesetz vorgeschrieben, teilweise Grundlage für den hauseigenen Bachelor, hält eine Menge Vorlesungen, Kleingruppen mit Anwesenheitspflicht, Klausuren noch und nöcher und mittlerweile sogar Prüfungen im Studium generale für die Studenten bereit. Auf ein nettes Detail habe ich in meinem vorletzten Post hingewiesen: Es müssen auch Nebenfächer belegt werden; und um die soll es heute kurz gehen.

Als ich darüber nachgedacht habe, was wohl mein obskurstes Fach war, kam ich gleich auf die Wahlpflichtveranstaltung im Kirchen- und Staatskirchenrecht. Da habe ich tatsächlich gelernt, wie das mit der Taufe rechtlich funktioniert, was der Unterschied zwischen der reformierten, der evangelisch-lutherischen und der unierten evangelischen Kirche ist und dass es heute noch Konkordate mit dem Heiligen Stuhl gibt.

Aber das lustigste Nebenfach war sicher die „Einführung in das Recht der Non-Profit-Organisationen“. Ein paar tapfere Kommilitonen hatten es gewählt, weil sie irgendwie in einem Verein aktiv waren und sich daher mit diesen komischen Vorschriften vorne im Gesetz (gemeint sind die §§ 21-89 BGB) auseinandersetzen wollten. Dumm war nur, dass keiner der Teilnehmer vorher die Gesellschaftsrecht-Vorlesung belegt hatte, so dass die Hälfte des Kurses für die anfangs doch sehr verwirrenden allgemeinen gesellschaftsrechtlichen Lehren draufging.

Letztlich war es doch sehr interessant, sich zum Beispiel zumindest einmal kurz mit dem Wesen der Stiftung auseinanderzusetzen, die bis heute die Rechtsfähigkeit durch Verleihung erlangt und der Stiftungsaufsicht unterliegt. Denn der Laden hier wird ja jedes Jahr zu einem Großteil durch eine Stiftung finanziert, die dann natürlich auch Ziel einer kleinen Exkursion war.

Wie erleichternd war es dann zu hören, als in der EVP-Vorlesung zum Gesellschaftsrecht doch immerhin eine geschlagene halbe Stunde für den rechtsfähigen Verein verwendet wurde und ich mich tatsächlich noch an einzelne Argumente erinnern konnte. Ich stellte verblüfft fest, dass das Vereinsrecht seit meinen ersten Erfahrungen sogar ein bisschen reformiert worden war (§ 31a BGB). Wie gesagt, nichts ist ganz umsonst.

Daher meine ich: Zu den zehn Dingen, die man vor dem Examen getan haben sollte gehört auch, zumindest einmal ein obskures Orchideenfach zu belegen. Wann habt ihr so eine Vorlesung besucht? Und: Hat es sich gelohnt?

Die Studenten der Bucerius Law School liefern sich derzeit mit den Kommilitonen der Universität Mannheim eine virtuelle Schlacht auf Facebook. Es geht darum, wer die meisten „Gefällt mir“-Klicks auf sich vereinen kann. Der lachende Dritte ist die Firma Bain & Company, die das Gefecht veranstaltet.

Zu gewinnen gibt es Frei-Glühwein auf dem Hamburger (beziehungsweise Mannheimer usw.) Weihnachtsmarkt für 200 Leute. Und, man höre und staune, die Bucerius Law School liegt derzeit (Dienstag, 18.15 Uhr) vorn, obwohl bei den zweitplatzierten Mannheimern etwa fünfzehn Mal so viele studieren.

Das Rennen endet am morgigen Mittwoch um 15.00 Uhr. Der Ausgang wird sicher spannend. Zum Schluss noch ein Wink mit dem Zaunpfahl aus der buc.blog-Redaktion: Sollte Hamburg gewinnen, wird der Veranstalter wohl nicht nur 200, sondern schlicht alle BLS-Studenten auf den Weihnachtsmarkt einladen müssen.

Hier kann man mitmachen. Erst muss man überhaupt ein Freund der Unternehmensseite werden, um danach seine Stimme einer der teilnehmenden Hochschulen zu geben.

An der BLS ist – offenbar anders als an einer Universität – die Bürokratie erfreulicherweise auf ein absolutes Minimum heruntergefahren. Zum Ende seines Studiums kommt jeder Student jedoch mit einer großen behördlichen Hürde in Berührung: Der Meldung zur Ersten Prüfung (Staatsexamen) beim Landesjustizprüfungsamt, einer Behörde des Hanseatischen Oberlandesgerichts. Anders als in anderen Bundesländern ist diese Behörde nicht Teil des Justizministeriums, das heißt, man hat es tatsächlich mit OLG-Richtern, Rechtspflegern und Justizangestellten zu tun, die ihre Arbeit, das soll hier auch Erwähnung finden, doch sehr sehr gut machen. Damit alles nach Plan läuft (und auch ich selbst in vier Wochen nichts falsch mache) hier

Nick’s Vier-Punkte-Plan: Examensmeldung für Dummies

1. Meldetermine: Melden kann man sich etwa sechs Wochen vor Prüfungsbeginn an zwei festgelegten Tagen – nicht vorher, nicht nachher. Die Termine gibt es hier.

2. Auslandsanerkennung: Kann man entweder von der Meldung getrennt in einer der Mittwoch-Sprechstunden beantragen oder es mit der Meldung in einem Aufwasch erledigen. Wichtig: Die Anerkennung braucht nur, wer nach April ins Examen geht, alle anderen machen sowieso Freischuss.

3. Unterlagen:

  • Zulassungsantrag (PDF)
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Geburtsurkunde (Original und einfache Kopie, es reicht auch eine „Abstammungsurkunde“)
  • Abiturzeugnis (Original (angeblich auch beglaubigte Kopie möglich) und einfache Kopie)
  • Studienverlaufsbescheinigung (Original, gibt es auf Antrag bei Frau Armbrust immer erst ab Beginn eines Trimesters), alternativ alle Studienbescheinigungen seit Studienbeginn
  • Zwischenprüfungsbescheinigung (Original oder beglaubigte Kopie, die gibt’s bei Frau O’Connor)
  • Bachelorzeugnis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Leistungsnachweise: Grundlagenschein (Rechtsgeschichte/Rechtsphilosophie/Kirchenrecht o.ä.), Fremdsprachenschein (Introduction to Legal English o.ä.) und Soft-Skill-Schein (Legal Negotiation o.ä.) und die drei Übungen, jeweils Klausur und Hausarbeit (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Schwerpunktzeugnis (Original oder beglaubigte Kopie und einfache Kopie (Fehler im JPA-Merkblatt!))
  • Praktikumsbescheinigungen (BLS-Formular, Original)
  • Befreiungsantrag für die nicht in Hamburg abgeleisteten Praktika („Ich beantrage, vom Erfordernis des § 5 Abs. 1 Hs. 2 JAG befreit zu werden.“ Es ist üblich, den Antrag weiter zu begründen.)
  • tabellarischer (!) handschriftlicher (!) Lebenslauf mit Lichtbild (!) (Original)
  • Freischussantrag (PDF), auf dem man einfach den ersten Punkt („acht Semester“) ankreuzt. Zusammen mit dem bestandenen Schwerpunktzeugnis gelten dann neun Semester.

4. Der große Tag: Endlich heißt es, den Gang in den Dammtorwall 13 zu machen, es ist also gleich um die Ecke. Früh kommen lohnt sich nicht – den Trick versuchen viele, so dass die Schlangen am späten Vormittag oder am zweiten Meldetag deutlich kürzer sind. Jetzt müssen die Klausuren nur noch geschrieben werden. Aber für den, der diese bürokratische Hürde genommen hat, ist das natürlich ein Klacks.

bekannt ist, dass seine personenbezogenen Daten im automatisierten Verfahren gespeichert, verarbeitet und nach besonderen Vorschriften an andere Stellen (insbesondere an Einstellungsbehörden im Bereich des Öffentlichen Dienstes, z.B. zur Einstellung in das Referendariat) übermittelt werden.

Heute, am Dienstag, 7.12., spricht um 18.00 Uhr RiBGH Professor Dr. Thomas Fischer im Moot Court über „Strafrecht an den Grenzen von Leben und Tod“.

Der Vortrag findet im Rahmen des wirtschaftsstrafrechtlichen Gesprächskreises statt und wird als Aufmacher im Bucerius Law Journal erscheinen.

Nur, falls es noch nicht klar geworden ist: Einer der einflussreichsten Strafrechtler des Landes spricht über das ohne Zweifel wichtigste strafrechtliche Thema unserer Zeit. Oder, für die frankophilen unter uns: Thomas Fischer ist Le Strafreschtlair und die Tötungsdelikte im einundzwanzigsten Jahrhundert sind Le Problème.

Mein Studium neigt sich ja dem Ende zu und ich möchte mich daher in diesem Advent wie angekündigt zehn Dingen widmen, die man meiner Meinung nach in seiner Zeit an der Bucerius Law School unbedingt mal gemacht haben sollte. Wir fangen „oben“ an:

Unser Campus ist, das werde ich nicht müde zu betonen, wunderschön, sehr alt und steckt voller Überraschungen. Eine davon wurde mir bei einer inoffiziellen Führung mit dem Geschäftsführer zuteil: Das Dach der Rotunde ist tatsächlich begehbar! Eine unscheinbare Tür mit der Aufschrift „Abstellraum“ führt zum Dachboden, den man überqueren muss, um in den Raum über dem Moot Court zu gelangen. Dessen Lichtdecke findet sich in einem großen hölzernen Verschlag, an dem eine sehr lange, schmale Leiter zu einer winzigen Dachluke führt. Zwängt man sich hindurch, steht man auf dem (doch recht start geneigten) Schieferdach des Rotundenturms. Jetzt muss man noch ein paar Schritte  höher, über das Ziergeländer klettern und man steht in luftiger Höhe mit einem schönen Blick auf Planten un Blomen.

Dort oben haben Kommilitonen gerüchteweise schon Posaune gespielt und andere Dinge getan. Leider habe ich trotz intensiver Recherche keine Beweisfotos auftreiben können. Für die Band hätte ich da übrigens einen Vorschlag.