Die Prüfungsordnung, teilweise vom Gesetz vorgeschrieben, teilweise Grundlage für den hauseigenen Bachelor, hält eine Menge Vorlesungen, Kleingruppen mit Anwesenheitspflicht, Klausuren noch und nöcher und mittlerweile sogar Prüfungen im Studium generale für die Studenten bereit. Auf ein nettes Detail habe ich in meinem vorletzten Post hingewiesen: Es müssen auch Nebenfächer belegt werden; und um die soll es heute kurz gehen.

Als ich darüber nachgedacht habe, was wohl mein obskurstes Fach war, kam ich gleich auf die Wahlpflichtveranstaltung im Kirchen- und Staatskirchenrecht. Da habe ich tatsächlich gelernt, wie das mit der Taufe rechtlich funktioniert, was der Unterschied zwischen der reformierten, der evangelisch-lutherischen und der unierten evangelischen Kirche ist und dass es heute noch Konkordate mit dem Heiligen Stuhl gibt.

Aber das lustigste Nebenfach war sicher die „Einführung in das Recht der Non-Profit-Organisationen“. Ein paar tapfere Kommilitonen hatten es gewählt, weil sie irgendwie in einem Verein aktiv waren und sich daher mit diesen komischen Vorschriften vorne im Gesetz (gemeint sind die §§ 21-89 BGB) auseinandersetzen wollten. Dumm war nur, dass keiner der Teilnehmer vorher die Gesellschaftsrecht-Vorlesung belegt hatte, so dass die Hälfte des Kurses für die anfangs doch sehr verwirrenden allgemeinen gesellschaftsrechtlichen Lehren draufging.

Letztlich war es doch sehr interessant, sich zum Beispiel zumindest einmal kurz mit dem Wesen der Stiftung auseinanderzusetzen, die bis heute die Rechtsfähigkeit durch Verleihung erlangt und der Stiftungsaufsicht unterliegt. Denn der Laden hier wird ja jedes Jahr zu einem Großteil durch eine Stiftung finanziert, die dann natürlich auch Ziel einer kleinen Exkursion war.

Wie erleichternd war es dann zu hören, als in der EVP-Vorlesung zum Gesellschaftsrecht doch immerhin eine geschlagene halbe Stunde für den rechtsfähigen Verein verwendet wurde und ich mich tatsächlich noch an einzelne Argumente erinnern konnte. Ich stellte verblüfft fest, dass das Vereinsrecht seit meinen ersten Erfahrungen sogar ein bisschen reformiert worden war (§ 31a BGB). Wie gesagt, nichts ist ganz umsonst.

Daher meine ich: Zu den zehn Dingen, die man vor dem Examen getan haben sollte gehört auch, zumindest einmal ein obskures Orchideenfach zu belegen. Wann habt ihr so eine Vorlesung besucht? Und: Hat es sich gelohnt?

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