In der gestrigen Vollversammlung kam es schon am Anfang zu einer hitzigen Debatte. Im Rahmen der Diskussion, ob die VV den Schatzmeister entlasten sollte (was an sich keine grosse Sache ist), stellten die Revisoren den Rechnungsprüfungsbericht 2010 vor. Dieser enthielt eine Passage, dass der hiesige Sportverein für 2009 keine Abrechnung vorgelegt hatte und behandelte die Konsequenzen. So lautet ihre Empfehlung, dass die von der VV beschlossene Mittelgewährung für 2010 in den Haushalt zurückfliessen soll und der Finanzantrag für 2011 zurückgewiesen werden soll bis Rechenschaft über die 2009 ausgezahlten Gelder abgelegt ist. In dem Falle, dass keine Abrechnung mehr vorgelegt wird, sind die 2009 ausgezahlten Gelder zurückzufordern.

Dies sorgte für grosse Wut unter den Vertretern des Sportvereins, die den Verein in Gefahr sahen. Neben dem Argument, bei einer Forderung auf Zurückzahlung würde der Sportverein pleitegehen, fielen einige hässliche Bemerkungen über den Revisor. So wurde dieser Finanzstasi genannt und es wurde angezweifelt, dass ordentlich gemahnt wurde.

Der Schatzmeister wurde selbstverständlich entlastet, besonders ihm ist nichts vorzuwerfen. Dass weitere Gelder nicht ausbezahlt werden, wenn Hochschulgruppen oder andere Vereine (der Sportverein ist keine Hochschulgruppe) Rechenschaft schuldig bleiben ist verständlich, und dass sich der Schatzmeister strikt an die Vorschriften hält noch viel mehr. Auch die Revisoren haben gründlich gearbeitet, was nicht nur eine Voraussetzung für diesen Posten ist, sondern auch nicht unbedingt überall selbstverständlich, wo sich Studenten engagieren.  Dass der Sportverein in Gefahr war und dies äusserst unglücklich ist, stimmt natürlich. Allerdings lassen sich die gravierenden Konsequenzen, die von den Revisoren vorgeschlagen wurden, leicht dadurch vermeiden dass die Abrechnung für 2009 endlich vorgelegt wird. Dass Kritik aus dem Lager der Leute kommt, die dies verschuldet haben, ist nicht verständlich.

Wobei das Argument stimmig ist, dass der Eklat bei besserer Kommunikation hätte verhindert werden können. Gerade in einer so kleinen Hochschule wie der unsrigen sollte es doch möglich sein, solche essentiellen Konflikte im Vorhinein zu regeln. Denn es ist leichtsinnig, vor eine unvorbereitete VV mit einem ungelösten Konflikt zu treten, dort erst die Vertreter der Hochschulgruppe zu konfrontieren, und so die Existenz eines wichtigen Bestandteils der Hochschullandschaft zu gefährden.

N.D.

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