Nächsten Mittwoch findet im Auditorium eine szenische Lesung unter Leitung von Michael Batz statt. Der Regisseur verfasst schon seit Jahren im Auftrag der hamburgischen Bürgerschaft Texte über die nationalsozialistische Vergangenheit von Hamburg aufgrund von historischen Dokumenten. Eine szenische Lesung ist ein am Theater orientiertes Vortragen eines dramatischen Textes vor einem Publikum. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass es bei einer szenischen Lesung viel mehr Möglichkeiten gibt, auf die Originaldokumente einzugehen. Wo bei einer Verarbeitung in Form eines Theaterstücks das Zitieren von Aktennotizen oder Briefen den Fluss des Stücks stören würde, kann hier die szenische Lesung auftrumpfen.

Inhaltlich behandelt das Stück die Alsterdorfer Anstalten, wo zwischen 1933 und 1945 Menschen mit Behinderung eingewiesen worden sind um dort nach NS-Doktrin behandelt zu werden. Oft aus Kostengründen wurden Patienten ins Wiener Spital „Spiegelhof“ (daher der Name des Stücks) transportiert. Dort fanden in dieser Zeit etwa 700 bis 800 Euthanasiemorde an Kinder statt.

Man darf gespannt auf die Veranstaltung sein. Der Regisseur hat Erfahrung in seinem Fach und die Vortragsweise, eine szenische Lesung, klingt interessant und ist mir noch unbekannt.  Auch bietet die Veranstaltung eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der Hamburger NS-Vergangenheit. Die Veranstaltung findet statt:

Mittwoch, 26. Januar 2011,

19.00,

Auditorium

Anmelden kann man sich hier.

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