April 2011


In dem neuen (und m.E. gelungenem) Prospekt „Viel mehr als Jura“ wird die BLS vornehmlich als Stifungshochschule bezeichnet. Ich habe den Begriff schon öfters benutzt, aber selten bewusst von einer anderen Seite gehört. Mir gefällt er, da er zutrifft, und dabei kaum Aversionen hervorruft, anders als der Begriff „Privathochschule“. Man könnte sich eigentlich angewöhnen, von einer Stiftungshochschule zu reden, vielleicht ändert es etwas an dem Image, das einige noch (ungerechtfertigt) von der BLS haben.

Nachtrag: Nach einer Diskussion und Zeit zum Nachdenken muss ich mein obenstehendes Urteil korrigieren: Die neue Broschüre wirkt höchstens auf den ersten Blick gefällig, und mag für einfach gestrickte Geister, wie mir, anfangs eine Bereicherung der Hochschule darstellen. Auf den zweiten Blick offenbart sich allerdings, dass die Broschüre einen relativ dürftigen Informationsgehalt hat.

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Normalerweise mokiert man sich ja gerne mal naserümpfend über die „immer weiter nachlassende“ journalistische Qualität von Spiegel Online und behauptet leicht überheblich, man lese dieses Portal nur noch, um zu wissen „was die Massenmedien schreiben“. Ebenso erfolgt die tägliche Lektüre von Bild.de natürlich nicht etwa aus niederen Instinkten, sondern um sich darüber lustig zu machen.

Anscheinend gibt es dennoch einen Markt für ein ganzes neues Ressort auf Spiegel Online, das passgenau auf die Interessen von karrierebewussten jungen Studenten Anfang 20 zugeschnitten ist. Und bestimmt nicht zufällig behandelt die erste Themenwoche „Junge Juristen“. Neben allerlei altbekanntem („Wer als Jura-Absolvent nicht mit Bestnoten glänzt, braucht starke Nerven beim Berufsstart“) und wirklich plattem („Wie echt ist Danni Lowinski?“) wird auch ein Beitrag eines WissMits von Professor Thorn und eines weiteren BLS-Absolventen erwähnt.

Diese Flut an Artikeln insbesondere zur Juristenkarriere macht schon stutzig: Kommt hier ein zweites azur oder, viel schlimmer, ein weiteres e-fellows? Die Nachfrage nach Berichten über sechsstellige Einstiegsgehälter und den Vorzügen bzw. Nachteilen von Promotion und LL.M. scheint jedenfalls sehr groß zu sein. Sonderlich tiefschürfend scheint mir das Online-Portal jedoch auf den ersten Blick nicht.

Dr. KTvG sollte den meisten bekannt sein. Jetzt haben die Plagiatjäger ein neues Opfer ausfindig gemacht: Die Tochter von Stoiber soll auch ein Plagiat abgeliefert haben. Dem Spiegel zufolge soll sie sogar aus Wikipedia kopiert haben. Ich dachte eigentlich sowas hört spätestens mit der Grundschule auf.

Die BLS hat, neben dem neu eingerichteten Verlag, eine Plagiats-Software. So heisst es auf der Website:

„Das Veröffentlichen von Dissertationen wird wie bislang mit einer Qualitätssicherung verbunden sein. Noch vor der Begutachtung durch die betreuenden Hochschullehrer wird eine obligatorisch einzureichende elektronische Version der Doktorarbeit durch eine Plagiats-Software überprüft und das Ergebnis an die Gutachter weitergeleitet.“

In einem Artikel von 2007 kritisiert SPON die Qualität von Plagiats-Software. Hoffentlich ist unsere besser, es sollte ja eigentlich kein Problem sein, eine fähige Software zum Erkennen von Plagiaten zu programmieren. Schliesslich ist das Problem schon seit längerem bekannt. Aber ein Wikipedia-Plagiat sollten die meisten wohl erkennen.