Normalerweise mokiert man sich ja gerne mal naserümpfend über die „immer weiter nachlassende“ journalistische Qualität von Spiegel Online und behauptet leicht überheblich, man lese dieses Portal nur noch, um zu wissen „was die Massenmedien schreiben“. Ebenso erfolgt die tägliche Lektüre von Bild.de natürlich nicht etwa aus niederen Instinkten, sondern um sich darüber lustig zu machen.

Anscheinend gibt es dennoch einen Markt für ein ganzes neues Ressort auf Spiegel Online, das passgenau auf die Interessen von karrierebewussten jungen Studenten Anfang 20 zugeschnitten ist. Und bestimmt nicht zufällig behandelt die erste Themenwoche „Junge Juristen“. Neben allerlei altbekanntem („Wer als Jura-Absolvent nicht mit Bestnoten glänzt, braucht starke Nerven beim Berufsstart“) und wirklich plattem („Wie echt ist Danni Lowinski?“) wird auch ein Beitrag eines WissMits von Professor Thorn und eines weiteren BLS-Absolventen erwähnt.

Diese Flut an Artikeln insbesondere zur Juristenkarriere macht schon stutzig: Kommt hier ein zweites azur oder, viel schlimmer, ein weiteres e-fellows? Die Nachfrage nach Berichten über sechsstellige Einstiegsgehälter und den Vorzügen bzw. Nachteilen von Promotion und LL.M. scheint jedenfalls sehr groß zu sein. Sonderlich tiefschürfend scheint mir das Online-Portal jedoch auf den ersten Blick nicht.

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