Die Klausuren rücken unaufhaltsam näher, was sich überall bemerkbar macht, zum Beispiel in dieser Episode:
Dieser Mann mit dem Block wird immer merkwürdiger: Gerade wollte ich ein Dokument ausdrucken und gehe in den Druckerraum, da kommt er mir entgegen und teilt mir mit, dass er gerade meinen Druckauftrag gelöscht habe. Nur meinen, die anderen seien noch da. Und als ich einfach erneut auf ‚drucken‚ gehe und doch ausdrucke, fragt er mich quer durch den Raum, ob ich jetzt ausdrucken konnte. Leidet er unter Realitätsverkennung? Ich hatte kein Problem mit dem Drucker. Und normalerweise meckert er jeden an, der auch nur flüstert. Merkwürdig.
Heidi
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Wir brauchen alle Ferien, Studenten wie Mitarbeiter. Durchhalten: Noch zwei Wochen.
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Ort: Hengeler-MuellerBibliothek der Bucerius Law School, Marseiller Straße, Hamburg

Zeit: Freitag, 14. März 2008, 21:00 Uhr

Anlass: Eröffnung der Klausurenvorbereitungswoche für das Frühjahrstrimester

Anwesende: 35 Studierende – davon 18 Erstis.

Bib
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Ja, ich kenne Leute, die schon mal an Weihnachten oder Silvester in der Bib waren. Nur um zu schauen, ob sonst noch jemand da ist.

Vielen Dank an C.H. für die Erhebung.

Die Bucerius Law School, Hochschule für Rechtswissenschaft, legt ja großen Wert darauf, dass ihre Studenten nicht nur in klassischem deutschen Recht glänzen können, sondern auch vom Code Civil, UCC und der Thin Skull Rule zumindest schon einmal gehört haben. Dazu gehört teilweise auch ganz simpler Fremdsprachenunterricht – natürlich verpackt in Kurse mit so wunderschönen Namen wie „Français Juridique“, „Introduction to Anglo-American Contract and Commercial Law“ und „Law and Society“.

Leider machen sich dabei auch Unarten des International English, also Wendungen, die ein Muttersprachler nie verwenden würde, aber von Ausländern als vollkommen korrekt angesehen werden, an unserer Hochschule breit. Zeit, etwas dagegen zu tun.

Grundsätzlich gilt ja, dass sich fest stehende Wendungen schlecht übersetzen lassen. Wer also meint, seine Mitmenschen darauf hinweisen zu müssen, dass man sich bald für etwas melden solle, da das Angebot begrenzt sei, der muss aufpassen, was er sagt. Das Deutsche hat für diesen Zweck neben dem klassischen „solange der Vorrat reicht“ noch das nur mit einem Augenzwinkern zu verwendende Idiom „den Letzten beißen die Hunde“ zu bieten.

In den Mails, die so Tag für Tag in meinem Postfach landen, hat sich dagegen das Englische „first come, first serve“ (sic!) breit gemacht. Neben einem peinlichen sprachlichen Fauxpas (dazu später) enthält der Satz noch einen krassen inhaltlichen Fehler. Genauso wie das deutsche Äquivalent „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ will der Sprecher damit nämlich sagen, dass auf jeden Fall alle bedient würden, nur eben in geordneter Reihenfolge. Wenn man aber Theaterkarten zu vergeben hat, sind die irgendwann alle – wer später kommt, darf gar nicht mehr mahlen beziehungsweise wird gar nicht bedient. Für diesen Fall kennt das Englische den Satz „the early bird catches the worm“ – der späte Vogel kriegt da gar nichts mehr zwischen die Zähne.

Deswegen empfehle ich denjenigen, die Kinokarten, Studium-generale-Plätze oder Schokotorte zu verschenken haben, die richtige Wendung zu verwenden, wenn sie sich nicht lächerlich machen wollen.

Wer mir vorwerfen will, ich sei ein typisch juristischer Nit-pick (Korinthenkacker), der unnötigerweise auf sprachlichen und logischen Genauigkeiten à la „wegen dem“, „Sinn machen“ (haben, haben!) oder „größtmöglichst“ herumhacke, dem sei noch folgende Botschaft mit auf den Weg gegeben: Es heißt „First come, first served„! Alles andere ist schlicht falsch: come und served sind Partizipien, auch wenn das erste der beiden so gar nicht danach aussieht.

Aber anscheinend machen das auch Muttersprachler falsch. 

Die ersten Sonnenstrahlen durchbrechen die Wolkendecke. Auch wenn weder kalendarisch noch wettertechnisch der Frühling vollends Einzug gehalten hat, so erkenne ich doch erste Anzeichen für Veränderungen in meiner Umgebung. Kaum stieg ich aus dem U-Bahn-Schacht empor, so sah ich schon die ersten Models in Reizwäsche (en detail: mit Spitze) an der Bushaltestelle. Zwar nur auf dem Plakat, aber immerhin schon mal etwas. Mein nächster Blick ging hinüber zu einer großen Warenhauskette mit Sitz in Essen. Dort prangte ein überdimensionales Abbild einer charmant blickenden Dame, umgeben von Blüten und abermals Blüten.

Da ich noch Einkaufen musste, fiel mir sofort das Paket ein, welches ich heute Morgen für meine Nachbarin entgegengenommen hatte. Der Aufdruck las sich vielversprechend: „Die moderne Hausfrau“.

Wer also mal sehen möchte wie eine moderne Hausfrau lebt, kann mich gern um eine Einladung bitten. Zumindest hat meine Wohnung denselben Grundriss.

Anderes Thema: Technik.

Wer der modernen Hausfrau von heute eine Freude machen möchte, der halte sich an die Angebote eines Discounters mit fünf Buchstaben. Nächste Woche: Super einfache 4-Tasten-Fernbedienung lässt Ordnung über Chaos siegen.
Zudem gibt’s – zur weiteren Freude – auch noch „CHINA-PORZELLAN“ – Der Kenner lacht, die moderne Hausfrau freut sich.

Das ultimative Zeichen dafür, dass bereits Frühling ist: Der Eismann fährt wieder klingelnd durch meine Straße. Zwar etwas früher als sonst, aber es ist ja auch schon dunkel. Ob die moderne Hausfrau von heute wohl Eis vom Eismann kauft?!

C.D.

Ich hatte mir ja vorgenommen, mehr für Insider zu bloggen. Here we go:

Wie formuliert man eine E-Mail an seinen Prof?

Das Abendblatt berichtet über das Schlutius-Konzert in einem Artikel, der fast nur über die Veranstalter und die honorigen Gäste berichtet – die Künstler selbst werden nur in einem einzigen Halbsatz erwähnt. Super.

Christian von Bitter wird zitiert: „Um den Tunnelblick zu vermeiden, ist die Förderung anderer Blickrichtungen entscheidend.“ Wunderbar, deswegen bekommen wir fürs Spielen im Orchester ja auch ein paar „Studium generale“-credits für den Bachelor. Mag sein, dass er das tatsächlich auch so gesagt hat, bei so einem Allgemeinplatz kann man ja nichts falsch machen. (Falsche Recherchen sind wir inzwischen ja gewohnt.) Einen Fehler habe ich zumindest gefunden: Soweit ich weiß, hält die Kanzlei momentan nur den Flügel im Auditorium im Stand, die Fördergelder werden vor allem für die Gehälter der Leiter von Chor und Orchester verwendet.

Fotos gibt es hier.

Die Antrittsvorlesung war gehaltvoll, unterhaltsam und anschließend gab es leckeres Essen. Insgesamt also ein schöner Abend. Nicht jedoch für den netten Herrn, der am Nachmittag den Wein geliefert hatte: Auf dem Weg zum Lagerraum der Mensa nahm er eine Kurve zu großzügig und touchierte einen der Steine, die eigentlich dafür sorgen sollen, dass niemand den schönen Campus-Rasen zu Matsch fährt.

Berichtenswert ist aber nicht die Tatsache, dass seine Stoßstange jetzt einen Kratzer hat, sondern die offensichtlich überlange Reaktionszeit des guten Mannes. Man beachte die alte und neue Position des Steins.

Stein1
Stein2