Wofür steht eigentlich RabelsZ? Habe ich hier eine juristische »Zeit« oder »Bild« vor mir? – Der erste Teil lässt sich leicht mit Google & Co. beantworten (es ist Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht), der zweite weniger.

In etwa so wird bald der 2009er Jahrgang darüber sinnieren, welche Zeitschriften man in der gerade wieder anstehenden Hausarbeitenzeit wohl zitieren darf, ohne sich vor dem Korrektor zu blamieren. Wer nicht auf den Flurfunk setzen möchte (»RabelsZ hat noch nie jemand gelesen, ist aber wahnsinnig renommiert«), findet in der JZ Erleuchtung (2009, 488). Zwei Studenten der Uni Hamburg haben 248 juristische Wissenschaftler befragt und nach ihren gewichteten Antworten (Status, Veröffentlichungen) ein Ranking erstellt. Die Liste ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, aber liefert eine gute grobe Orientierung.

Danach kann, wer die AöR zitiert, seine Hausarbeit beruhigt ausdrucken; von der JuS sei eher abgeraten. Und RabelsZ genießt in der Kategorie »Europäisches öfftl. und priv. Recht sowie Völkerrecht« tatsächlich einen guten Ruf.

Ich bin ja noch nicht Anwalt. Auch in meinen Praktika habe ich noch nicht besonders viel Gerichtsluft geschnuppert. Trotzdem erlaube ich mir hier mal, wie der Blinde von den Farben zu sprechen:

In der Vorlesung hört man ja, dass Zivilrichter nicht so gerne Strafrecht machen und umgekehrt – selbst wenn es unvermeidbar ist. Jetzt erging folgende Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Wiesbaden (9 Sa 662/07) zu einer außerordentlichen Kündigung:

Der Kläger hatte aus der Kaffeekasse € 600,00 entnommen; diese aber später zurückzahlen wollen.

Na, klingelt’s? Genau, mangelnder Enteignungsvorsatz, § 242 StGB (-). (Wer will, darf noch eine Seite darüber schreiben, dass er höchstwahrscheinlich andere Geldscheine zurückgeben wollte als die entnommenen und wie das zu bewerten ist. Aber gut.)

Ob die Tat gleichzeitig möglicherweise strafbar ist, wertete das Gericht als unerheblich. Maßgeblich sei der mit der Tat verbundene Vertrauensverlust.

Ich kann mir den Richter so richtig vorstellen, wie seine Schöffen ihn fragen, was die Ausführungen des Klägervertreters zum Enteignungsvorsatz bedeuten sollen. Und wie er sich freut, als ihm die Idee kommt, das könne doch letzten Endes dahinstehen, § 626 I BGB. Jaja, das Arbeitsrecht.

Via Wiesbadener Tagblatt und Juracity.

„Ich nehme dann mal eine Hypothek auf die Schlossalle auf.“

„Geht nicht, da stehen noch Häuser drauf.“

„Na und? Man kann auch an einem bebauten Grundstück eine Hypothek bestelllen.“

„Nee, in der Anleitung steht, dass erst alle Häuser runter müssen.“

„Tja, und im BGB steht, dass man auch bebaute Grundstücke mit einer Hypothek belasten kann.“

„Hä?“

Was interessiert mich da die Anleitung? Lex superior derogat legi inferiori.

Danke an C.D. für den Fund!

Im Rahmen einer Aktion gab es neulich bei Penny Bürgerliche Gesetzbücher für 4,99 €. Nicht gerade ein Schnäppchen: Für fünf Märker gibt’s auch die Standard-Beck-Ausgabe mit allerlei Schnickschnack wie ProdHaftG oder AGG inklusive. Und ich will kein Gesetz „auf Grundlage der Textversion der Juris GmbH“, sondern auf Grundlage des Bundesgesetzblatts, jawohl.

Besonders schön der Klappentext, der wohl nicht auf den (werdenden) Fachmann abzielte, sondern Gelegenheitskäufer ansprechen sollte:

Mit Hilfe eines ausführlichen, komplett neu erstellten Registers erschließt sich dieses Werk auch dem juristischen Laien. Da die Stichworte auf alle die Sache betreffenden Paragraphen verweisen, eröffnet das Register dem Benutzer eine Vielfalt neuer Zusammenhänge und interessanter Perspektiven.

Es geht doch nichts über eine gute Idiotenwiese.

Vielen Dank an Matthias.

Nicht nur im buc.blog beschäftigt man sich mit der Frage, wie das mit Ostern eigentlich rechtlich zu bewerten ist: Während hier die erbrechtliche Situation behandelt wurde, geht es im law-blog (sic!) um das Recht am eigenen Bild.

Kaum schau ich mal ein paar Wochen nicht auf YouTube vorbei, haben die Kollegen von Telejura schon wieder eine ganze Menge neuer Jura-Videos prouziert (buc.blog berichtete). Besonders schön fand ich den Fall mit den Mozart-Noten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob unser Mr. BGB Professor F. die hier angebotene Falllösung so 100% unterschreiben würde.

Und nein, von Niederle-Skripten rate ich ausdrücklich ab.

Sylt. Die Insel der Schönen und der Reichen. Und somit auch die Insel der Bucerius Law School. Ist es symptomatisch, wenn eine Hochschule für Rechtswissenschaft sich für ihr Seminarwochenende die nördlichste Insel Deutschlands erwählt? Den Teilnehmern hat es zum Teil trotzdem und zum Teil gerade deswegen ganz besonders gefallen. Es wurde viel gearbeitet, aber die Freizeit bei strahlendem Sonnenschein am Strand zu verbringen, ist dann natürlich doch noch ein Stück besser als der Hamburger Campus. Neben teils sehr interessanten Vorträgen wurde das Wochenende von der sehr lustigen Heimfahrt (natürlich 1. Klasse) geprägt, auf welcher uns ein wissenschaftlicher Mitarbeiter Spiele erklärte, die hier nur mit Bedenken wieder gegeben werden könnten (Zitat: „Und wer hat das Spiel gewonnen?“ – „Ja, wer tot ist!“).

Die Tatsachen, dass das Essen schlecht, die Unterbringung jugendherbergsmäßig und die Fahrt in der 1. Klasse nur auf einen Fehler des Bahnunternehmens zurückzuführen war, haben das positive Gesamtbild hierbei nur unbedeutend beeinflusst.

P.C.