Wofür steht eigentlich RabelsZ? Habe ich hier eine juristische »Zeit« oder »Bild« vor mir? – Der erste Teil lässt sich leicht mit Google & Co. beantworten (es ist Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht), der zweite weniger.

In etwa so wird bald der 2009er Jahrgang darüber sinnieren, welche Zeitschriften man in der gerade wieder anstehenden Hausarbeitenzeit wohl zitieren darf, ohne sich vor dem Korrektor zu blamieren. Wer nicht auf den Flurfunk setzen möchte (»RabelsZ hat noch nie jemand gelesen, ist aber wahnsinnig renommiert«), findet in der JZ Erleuchtung (2009, 488). Zwei Studenten der Uni Hamburg haben 248 juristische Wissenschaftler befragt und nach ihren gewichteten Antworten (Status, Veröffentlichungen) ein Ranking erstellt. Die Liste ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, aber liefert eine gute grobe Orientierung.

Danach kann, wer die AöR zitiert, seine Hausarbeit beruhigt ausdrucken; von der JuS sei eher abgeraten. Und RabelsZ genießt in der Kategorie »Europäisches öfftl. und priv. Recht sowie Völkerrecht« tatsächlich einen guten Ruf.

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Endlich schaffe ich es, diesen Blog zu etwas wirklich Sinnvollem zu nutzen, das mir schon lange vorschwebt: Literaturempfehlungen!

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Nicks Vier-gewinnt-Lehrbücher fürs dritte Trimester:

Grundrechte: Ich habe das Standardwerk Pieroth/Schlink gekauft und kaum gelesen, kann es aber empfehlen. Für die Zulässigkeit war ein Blick ins Hemmer-Skript manchmal ganz erhellend. Für Staatsorga hatte ich ein Alpmann-Skript, von dem ich aber nur mäßig begeistert war.

Strafrecht III: Joecks und Wessels/Hillenkamp sind unschlagbar. Zumindest ersteres sollte als superpraktisches Nachschlagewerk in jedem Regal stehen.

GSV I/Vertragsrecht III: Keine Ahnung. Ich habe mir den Fuchs gekauft, der war grauenhaft. So etwas verdient die Bezeichnung Schreibstil nicht. Stattdessen habe ich nur mit den Skripten gelernt und war ganz erfolgreich. Wenn meine Profs das wüssten.

Gesetze: Die GSV- und DeliktsR-Profs werden euch einreden, einen Schönfelder zu kaufen. Die einschlägigen Sondergesetze (KunstUrhG, StVG, VersG und so) haben jedoch eine verschwindend geringe Klausurrelevanz. Eigentlich ist es rausgeschmissenes Geld, denn im vierten und fünften Trimester kann man mit dem Ding auch kaum etwas anfangen. Aber der Gang zu Mauke, um den Ziegelstein zu erstehen, hatte schon was Erhebendes – man fühlte sich so richtig wie ein großer Jurastudent. Wichtig: Kauft euch auf keinen Fall die Version mit Ergänzungslieferungsabo – lieber nach dem Ausland einen neuen holen als für teures Geld stundenlang Gesetze aktualisieren, die man frühestens im Referendariat braucht. Vielleicht könnt ihr eure Profs auch davon überzeugen, die Klausur gleich auf ‚Beck-Texte BGB‘ auszulegen…

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Was empfiehlt die werte Leserschaft fürs dritte – und fürs sechste (GesR, GSV II, BauR, SteuerR) Trimester? Kommentare bitte!

Via elbeblawg:

Der Personalrat für Referendarinnen und Referendare in Hamburg hat nun eine eigene Homepage. Es gibt Howtos zum Referendariat, zur Examensvorbereitung und Informationen zu AGs und anderen Kursen.

Auf der Seite fanden die elbleblawger auch einen Beitrag über die Einführung des Freischusses fürs 2. Staatsexamen.

Irgendwie verstehe ich’s nicht so ganz. Von wegen schnelles Studium, früher Berufseinstieg, Bolognaisierung und so – mit den beiden neuen Freischussregelungen zum ersten (jetzt auch erst nach neun Semestern) und zum zweiten Staatsexamen wird einem ein langes Studium doch quasi auf dem silbernen Tablett angetragen, oder?

Bedeutet aber auch Mehreinnahmen für die Hochschule durch Post-EVP-Gebühren – die Stiftung freut sich.

Hm.

N.C.