Mai 2011


Die Champions Trophy 2011 ist vorbei. Ein tolles Ereignis, welches wie kaum ein anderes Event den Law School Spirit aufzeigt: engagierte Studenten, Internationalität und natürlich Partys. Zu danken ist vielen, den Teilnehmern, den Supportern, den Helfern und den Sponsoren. Vor allem aber den Organisatoren. Sie haben viel Arbeit investiert, um der Law School ein unvergessliches Wochenende zu bescheren, und ohne Studenten wie sie wär das Studium an der Law School nur halb so erquicklich.

Da man hier schnell wieder zurück in die Lern-Realität geholt wird, ein kleiner Veranstaltungshinweis:

Das Bucerius Law Journal und Prof. Bumke laden zu einem Vortrag von

Prof. James F. Childress,

am Mittwoch, den 1. Juni 2011, um 19.00 Uhr

in Raum 1.01 der Bucerius Law School

ein. Das Thema „Respecting Clinicians‘ Consciences, Protecting Patients: An Unresolved Tension in Health Care“ klingt spannend und behandelt das Interessengleichgewicht zwischen dem Gewissen der Ärzte und dem Willen des Patienten. Der Vortrag passt gut in die Reihe mit anderen medizinrechtlichen, kürzlich an dieser Uni besprochenen Themen wie dem Vortrag über Healthcare von Dr. Reese oder dem BLJ-Beitrag von Thomas Fischer über Patientenverfügung und Sterbehilfe.

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Am morgigen Mittwoch spricht Professor Dr. Fehling über „Moratorium und Atomausstieg“. Die Veranstaltung findet um 13.15 Uhr im Auditorium statt und ist der Wiederauftakt der „Lunchtime Lecture“: Gulasch und Spätzle sind also gestattet.

Wen das so noch nicht vom Stuhl reißt, der sei neben den Ergebnissen der jüngsten Landtagswahlen darauf verwiesen, dass gewichtige Stimmen aus der Wissenschaft in Sachen Moratorium ordentlich auf die Barrikaden gegangen sind. Klar positioniert hat sich unter anderem Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Präsident am BVerfG und inzwischen Ordinarius an der LMU, der das Vorgehen der Regierung für eindeutig verfassungswidrig hält. Umso interessanter wird es sein, wie Professor Fehling Stellung nimmt.

Mona Lisa

Morgens kaum aus dem Bett, den Swag aufgedreht, die Kleidung rasch übergestriffen, gibt’s erstmal ’nen Kaffee-to-Go beim Bäcker ums Eck. Dazu noch ein Croissant auf die Schnelle und ab geht’s zur Uni. Für ein gemütliches Frühstück bleibt keine Zeit. Mittags stehen die delikaten 7 Köstlichkeiten der Mensa, oder das Brötchen der Coffee Lounge auf dem Speiseplan. Nicht zu vergessen der Schokoriegel sowie sämtliche Vergänglichkeiten der guten alten Coffee Lounge zwischendurch. Zu guter letzt hält man dann abends schon die Nummer des Pizza-Services oder Chinesen bereit und wem dies zu teuer ist, greift lieber auf die Discountpizza aus der Tiefkühltruhe zurück.

Die Essgewohnheiten des gemeinen Studenten sind wohl weder die gesündesten noch delikatesten, sondern vor Allem auf das folgende Trio getrimmt:

Schnell, einfach, günstig – Das sind zumindest die Hauptkriterien, die ich an meine Ernährung stelle. Schon einmal haben Studenten der Law School studentische Rezepte gesammtelt und niedergeschrieben. Die Fulmination: Recht ist was schmeckt: Das Faust Kochbuch. Da in meiner  Diät, neben Spaghetti, auch Brot eine ganz beachtliche Rolle spielt, kommt hier jetzt noch ein ergänzendes Rezept – Das Uber-Brot.

Normalerweise bin ich ja ein Anhänger des meditativen Brotteigknetens und der Meinung, dass es Brot und Bäcker gut tut, wenn man den direkten Kontakt sucht. Dieses Brot einer New Yorker Bäckerei aber, hat mich überzeugt, dass die quick’n’dirty-selbermach-Methode mindestens genauso gut ist und  so manchen Bäcker und Hobby-Knetenden in den Schatten stellt.

Essentialia negotii:

400gr Mehl (405, Roggen, Vollkorn,…)

300ml Wasser

1 1/2 TL Salz

1/4 TL Trockenhefe

Alle Zutaten miteinander vermengen. Über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag 4 mal falten und ab in den Ofen (das Brot wird luftiger, wenn man es nach dem falten nocheinmal ca. eine Stunde stehen lässt, ich schiebe es aber meistens gleich in den Ofen – geht schneller). Für alle die sich auch so ein Brot backen wollen, gibt es hier noch das original Video von Jim.

Klingt einfach, ist auch so!

Ich habe das Brot jetzt selber schon öfter mit verschiedenen Mehlsorten gebacken und es war jedesmal großartig! Der Duft von frisch gebackenem Brot  in der Wohnung is beispiellos und das Brot selber schmeckt fabelhaft.

3 Tüten Trockenhefe (89ct) reichen für mindestens 20 Brote,  2 kg Mehl (58ct) reichen für 5 Brote, Wasser kommt aus dem Leitung (kostet weniger als einen halben Cent pro Liter) und die 1 1/2 Tl Salz sollten auch keinen arm machen.

Der Arbeitsaufwand hält sich in Grenzen und wenn man die 19h in denen der Teig ruhen muss, einmal aussen vor lässt, beschränkt sich auch der Zeitaufwand auf knappe 5 Minuten.

Fazit: Auch wenn man wohl auf Dauer nicht zum notorischen Bäcker des täglichen Brotes wird, freut man sich immer, wenn man mal wieder eines gebacken hat. Ich habe mir damals einen gusseisernen Topf nur für das Brotbacken gekauft und den Kauf nie bereut. Das besondere an dieser Methode ist, dass das Kneten wegfällt und es dadurch einfach super schnell und einfach geht. Nachmachen empfohlen!

Während die Mensa in dieser Woche noch einmal ausgiebig den Spargel gefeiert hat (in neun verschiedenen Varianten, verteilt auf fünf Tage), schnallen andere den Gürtel (vorübergehend) bewusst enger. Und versuchen, nur so viel Geld auszugeben wie die Ärmsten der Armen.

Unter dem Namen live below the line firmiert ein Projekt, das mehr Bewusstsein schaffen will für diejenigen, denen es weniger gut geht. Engagiert mit dabei ist auch ein Student der Hochschule. Die Woche über hat er täglich nur 1,20 Euro für Lebensmittel ausgegeben; das ist (gerundet, inflations- und wechselkursbereinigt) der Wert, der 2005 von der Weltbank als „extreme poverty line“ festgelegt wurde. 1,4 Milliarden Menschen weltweit müssen davon nicht nur ihr Essen, sondern auch den Rest dessen bezahlen, was man mindestens zum Leben braucht.

Sein Ziel hat diese Aktion schon erreicht, wenn jeder mal kurz innehält und über zwei Zahlen nachdenkt: 1.400.000.000. Und 1,20 Euro. Das ist übrigens weniger als die Hälfte, als ein „knackiger Spargelsalat mit Kräuterbaguette“ kostet. Den gibt’s am heutigen Freitag.

Als heute das vorbildliche Protokoll der Vollversammlung am letzten Mittwoch eintrudelte, wurde mir – manchem Abstimmungsergebnis zum Trotze – gleich nochmal ganz warm um’s parlamentarische Herz. Das war ausgesprochen gut und professionell und wer in früheren Versammlungen dabei war, weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist.

Für die Zukunft wäre es doch schön, wenn sich die Ablaufformen der Vollversammlung so festigen und instutionalisieren, auch wenn das Präsidium der nächsten Vollversammlung schon wieder anders zusammengesetzt sein wird.

Und: Geht auch hin! Allesamt! Ja, es dauert einige Stunden. Alle vier Monate. Aber, herrjemine, was was bringt es mir denn?

Erstens sollte es Kernkompetenz jedes Juristen sein, eine ordentliche Selbstverwaltung mit Gewaltenteilung zu installieren und zu organisieren – nützlich ebenso für die Staatengründung wie die Aktiengesellschaft. Zweitens ist in einer Republik so eine schöne Versammlungsdebatte auch ein Kulturgut, ja sie ist geradezu demokratische Liturgie!1…

Ach und: Die bewilligte Kohle hauen dann ja am Ende auch alle mit raus.  Also: Vorwärts!

…frauenfeindlich? Die VV hat beschlossen, die geschlechtergerechte Sprache (feministische Linguistik) aus allen offiziellen Statuten zu tilgen. Eine ungenannte Student (früher Studierende) meint dazu: „Schon durch die bedenkliche Nähe zu dem phallus-förmigen CCH-Center herrscht eine von Männern dominierte Atmosphäre auf dem Campus. Die neuen Sprachregelungen stimmen mit diesem Trend überein.“ Auch die Cheerleading Gruppe passt zu diesem Bild: Anstatt stereotypischen Frauensport zu treiben, sollten die Juristinnen lieber lernen, damit sie alle mal Partnerinnen in einer Grosskanzlei werden.

…faul? Ein Napping-Room ist beschlossene Sache. Schlafsäcke sind in  den grösseren Kaufhäusern nahe der BLS ausverkauft, zahlreiche Wohnungen in Rotherbaum, Altstadt und Elbchaussee werden frei. Joachim Charles Benjamin Mustermann (4), Kita-Schüler an der Kindertagesstätte der Law School, meint: „Jetzt verbringen die Law Schüler noch mehr Zeit auf dem Campus.“ Dies wäre für die Kita, die mit der Law School nur die Bibliothek teilt, aber kein Problem: „Die sind eh die ganzen Zeit in der Coffee Lounge.“

…Killer-Spieler? Woher kommen dann die blutunterlaufenen Augen? Natürlich steht ein BLS-Student morgens um 5 Uhr auf um zu Rudern, und spielt bis tief in die Nacht Computerspiele. Daher ist eine neue Gaming Hochschulgruppe gegründet, denn auch im Internet bewegt man sich nur mit anderen Law Schülern. Gespielt wird, bis der Staatsanwalt kommt.

Das Rundmail vom Wochenende lässt sich auf zwei Punkte runterbrechen: Unmöglicher Ton und wahrer Inhalt. Während das erste geklärt ist, steht das letzte noch aus. Die „Stellungnahme“ unserer Hochschulleitung ist leider schwach. Es ist schön, dass unserer Geschäftsführer in seiner Ansicht bestärkt ist, dass gute Umgangsformen in unserer Hochschule herrschen. Doch was bedeutet: „In dieser Sache gibt es vieles richtig zu stellen“? Warum fängt nicht die Hochschulleitung damit an? Das IT-Problem ist alt, und sollte hoch auf der Prioritätenliste stehen. Die Kommunikation der Hochschulleitung zu den Studenten ist enttäuschend, nicht nur in dieser Sache. Dies deutet auf einen Trend hin, der nicht nur gefährlich für die Hochschule werden kann, sondern schon jetzt den Studenten negativ auffällt.